„Ish bin ein Bearleener“
Große Berliner Reden der US-Präsidenten

George W. Bush reiht sich mit seiner Rede vor dem Bundestag in eine große Tradition ein: Die Reden von US-Präsidenten in Berlin wurden immer mit Spannung erwartet.

wiwo/ap BERLIN. Zwei gingen sogar in die Geschichte ein. Auch die Rede Bushs am heutigen Donnerstag wurde bereits vor seiner Ankunft in US-Regierungskreisen als "historisch gehandelt.

Die berühmteste Berliner Rede eines US-Präsidenten war die von John F. Kennedy am 26. Juni 1963 vor dem Schöneberger Rathaus. Kennedy kam zwei Jahre nach dem Mauerbau als erster US-Präsident nach der deutschen Teilung in die Frontstadt West-Berlin. Bei der Vorbereitung seiner Ansprache ging er auf Nummer sicher. Auf einem Spickzettel notierte er handschriftlich die deutsche Aussprache des letzten und entscheidenden Satzes: "Ish bin ein Bearleener". Die Wirkung war überwältigend: Rund 300 000 Berliner, die sich vor dem Schöneberger Rathaus versammelt hatten, bedankten sich mit stürmischen Jubel für das Bekenntnis des Präsidenten. Der Satz "Ich bin ein Berliner" hat seitdem einen Stammplatz in den Geschichtsbüchern über die Zeit des Kalten Krieges.

Richard Nixon griff 1969 bei seinem Besuch in der Stadt die Gedanken Kennedys auf. "In dem Sinne, dass die Einwohner Berlins für Freiheit und Frieden stehen, sind alle Menschen auf der Welt wahrhaftig Berliner", sagte er vor 6 000 Mitarbeitern der Siemens-Werke. Auch Jimmy Carter fand 1978 während eines viereinhalbstündigen Abstechers nach West-Berlin im Rahmen eines Staatsbesuchs ein paar warme Worte für die Inselstädter: "Was immer sei, Berlin bleibt frei", reimte Carter auf dem Platz der Luftbrücke.

Die zweite wirklich historische Rede eines US-Präsidenten in Berlin hielt Ronald Reagan 1987 anlässlich des 750. Stadtjubiläums. An der Mauer vor dem Brandenburger Tor richtete er einen unvergessenen Appell an den sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow. "Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor! Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!" Weniger in Erinnerung sind die Reden von Bill Clinton bei seinen insgesamt drei Berlin-Besuchen als US-Präsident. Im Juli 1994 sprach er als erster US-Präsident im Ostteil der Stadt: im früheren Sperrgebiet an der Ostseite des Brandenburger Tors. Nach dem Vorbild Kennedys formulierte Clinton den zentralen Satz seiner Rede auf Deutsch: "Amerika steht an ihrer Seite, jetzt und für immer."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%