Islamabad öffnet Luftraum für US-Flugzeuge
Tausende demonstrieren in Pakistan gegen US-Angriffe

Nach den US-Angriffen auf Afghanistan sind in Pakistan tausende Demonstranten auf die Straßen gegangen. In Peshawar, Rawalpindi und Lahore demonstrierten am Sonntagabend mehrere tausend radikale Moslems gegen die Militäraktion gegen das Nachbarland.

afp ISLAMABAD. Der Chef der radikalen Moslem-Organisation Jamiat-Ulema-e-Islam, Fazlur Rehman, kündigte einen "Heiligen Krieg" an. Er verkündete, die Angriffe hätten "die Moral der Taliban" in Afghanistan nicht gebrochen und keine größeren Verluste bewirkt. Für Montag kündigte er eine Großdemonstration in Karachi an. In der westlichen Stadt Quetta verkündeten die Geistlichen mehrerer Moscheen, der "Heilige Krieg" sei jetzt eine "Pflicht" für jeden pakistanischen Moslem.

Pakistan hatte für die Angriffe am Sonntagabend seinen Luftraum geöffnet. Die US-Luftwaffe habe für ihre Angriffe am Sonntagabend pakistanisches Gebiet überflogen, sagte eine hochrangiger Regierungsvertreter in der Hauptstadt Islamabad. Die Flugzeuge seien in der Golfregion gestartet. Die US-Behörden hätten Pakistan über die Luftangriffe informiert. Beide Seiten seien in ständigem Kontakt. Flugverbotszonen würden streng eingehalten.

In einer Erklärung des Außenministeriums hieß es, Pakistan hoffe auf ein "rasches Ende der Operationen". Die Angriffe sollten zielgerichtet sein und sich an den Resolutionen des UN-Sicherheitsrates orientieren. Islamabad hoffe, dass alles dafür getan werde, "das Leid der afghanischen Bevölkerung zu minimieren, die bereits mehr als 20 Jahre lang unter verheerenden Konflikten gelitten hat." Pakistan habe alles in seiner Macht stehende getan, um eine friedliche Lösung des Konflikts herbeizuführen. Islamabad hatte in den vergangenen Wochen zweimal eine hochrangige Delegation nach Kabul geschickt, um die afghanische Taliban-Miliz zur Auslieferung des Moslem-Extremisten Osama bin Laden zu bewegen.

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