Islamische Rechtsprechung
Wieczorek-Zeul warnt Afghanistan vor Einführung der Scharia

Die Ankündigung des neuen afghanischen Präsidenten Hamid Karsai, die islamische Rechtsprechung (Scharia) einzuführen, hat in der Bundesregierung große Besorgnis ausgelöst.

dpa BERLIN. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) warnte die in Kabul tagende Ratsversammlung Loja Dschirga am Dienstag vor einem Rückfall in fundamentalistische Positionen. "Alle, die in Afghanistan politische Verantwortung tragen, stehen in der Pflicht, die Menschenrechte zu sichern und die Rechte der Frauen zu stärken", erklärte sie.

Ein Rückgriff auf die Scharia mit ihren zum Teil drakonischen Strafen würde das Land vom Weg zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit abbringen, auf den es sich im Petersberger Abkommen im Dezember verpflichtet hatte, sagte Wieczorek-Zeul. Ein solcher Rückfall werde auf ihren "schärfsten Widerstand" treffen, betonte die Ministerin. Im Petersberg-Abkommen sei festgelegt, dass das neue Rechtssystem Afghanistans internationalen Standards entsprechen müsse.

In der Umgebung Karsais war zugesichert worden, dass die Einführung islamischen Rechts nicht bedeute, dass in Afghanistan Dieben künftig wieder die Hand amputiert wird oder Ehebrecher gesteinigt werden. Einflussreiche religiöse Führer in Afghanistan hatten in den vergangenen Tagen die Ausrufung einer islamischen Republik gefordert.

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