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Islamisten bekennen sich zur Entführung von Italienerinnen

Eine islamische Terrorgruppe mit dem Namen „Ansar el Sawahiri“ hat sich am Mittwoch zu der Entführung zweier Italienerinnen im Irak bekannt. Die beiden 29-jährigen Mitarbeiterinnen einer Hilfsorganisation waren am Dienstag in Bagdad entführt worden.

dpa ROM. Eine islamische Terrorgruppe mit dem Namen "Ansar el Sawahiri" hat sich am Mittwoch zu der Entführung zweier Italienerinnen im Irak bekannt. Die beiden 29-jährigen Mitarbeiterinnen einer Hilfsorganisation waren am Dienstag in Bagdad entführt worden.

El Sawahiri ist der Familienname des Ägypters Eiman el Sawahiri, der nach Osama bin Laden als zweiter Mann an der Spitze des Terrornetzwerks El Kaida gilt.

Die italienische Regierung war bereits in der Nacht zum Mittwoch zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Dabei habe Ministerpräsident Silvio Berlusconi klar gemacht, dass man eine eventuelle Forderung der Entführer nach einem Rückzug der italienischen Truppen im Irak ablehnen werde, berichteten italienische Medien. Zudem wolle die Regierung die Opposition in die Bemühungen, die beiden Italienerinnen wieder frei zu bekommen, mit einbinden, hieß es. Auch Papst Johannes Paul II. forderte am Mittwoch die Freilassung der Frauen.

Führende Vertreter der Europäischen Union haben die Entführung der Italienerinnen scharf verurteilt. Sie forderten die sofortige Freilassung der Beiden und ihrer beiden ebenfalls entführten irakischen Kollegen.

"Ich bin zutiefst betrübt", erklärte der außenpolitische Beauftragte der EU, Javier Solana. "Die unabhängige italienische Organisation ist im Irak, um humanitäre Hilfe zu leisten und dem irakischen Volk zu helfen." Der Präsident des Europaparlaments, Josep Borrell, sagte, die beiden Frauen engagierten sich "in dem nobelsten Streit überhaupt, dem für die Menschlichkeit".

Unterdessen werden die Entführer der beiden Franzosen im Irak nun offensichtlich auch von anderen Extremisten unter Druck gesetzt. Eine militante Islamistengruppe im Irak forderte die Entführer per Videobotschaft auf, die Franzosen in die Freiheit zu entlassen. "Wir von den Kaakaa-Brigaden der Geheimen Islamischen Armee bitten unsere Brüder von der Islamischen Armee im Irak, die zwei französischen Journalisten freizulassen", heißt es in dem Video, das der Nachrichtensender El Arabija am Mittwoch ausstrahlte. Darauf sind bewaffnete maskierte Männer zu sehen.

Die irakische Zeitung "Al-Sabah Al-Jadid" berichtete, Georges Malbrunot und Christian Chesnot würden von ihren Entführern zusammen mit einem iranischen Diplomaten in der Kleinstadt El Mahmudija südlich von Bagdad festgehalten. Auch zu der Entführung des iranischen Konsuls hatte sich die "Islamische Armee im Irak" bekannt. Damit sieht es so aus, als befänden sich die Franzosen immer noch in den Händen ihrer ursprünglichen Entführer und nicht bei einer anderen Gruppe, die ihre Freilassung vorbereitet, wie noch vor einigen Tagen vermutet worden war.

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