Islamistenorganisation
Zwölf Tote bei Unruhen auf Molukken-Inseln

Bei einem Überfall mutmaßlicher Moslemextremisten auf ein christliches Dorf auf den ostindonesischen Molukken-Inseln sind mindestens zwölf Menschen getötet worden.

dpa JAKARTA. Bei einem Überfall mutmaßlicher Moslemextremisten auf ein christliches Dorf auf den ostindonesischen Molukken-Inseln sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Die Angreifer hätten den Vorort der Provinzhauptstadt Ambon am frühen Sonntagmorgen mit Macheten, Schnellfeuergewehren und Bomben attackiert, meldete die staatliche indonesische Nachrichtenagentur Antara.

In dem Dorf Soya seien zudem etwa 20 Häuser und eine Kirche niedergebrannt worden. Unter den Todesopfern sei auch ein neun Monate altes Baby. Ein Sprecher des Krisenzentrums der Diözese von Ambon vermutete die militante Islamistenorganisation Laskar Dschihad hinter dem Überfall. Die Gruppe hatte erst am vergangenen Freitag abermals die Moslems auf den Molukken aufgerufen, gegen die christliche Bevölkerung in den "Heiligen Krieg" zu ziehen.

Die gewalttätigen Unruhen zwischen Moslems und Christen auf den als Gewürzinseln bekannten Molukken waren erstmals Anfang 1999 ausgebrochen und kosteten bislang mehr als 6000 Menschen das Leben. Eine halbe Million Einwohner floh vor der Gewalt. Erst im Februar hatten Vertreter beider Religionen unter Vermittlung der Zentralregierung in Jakarta eine Friedensvereinbarung unterzeichnet. Dennoch kam es immer wieder zu Zusammenstößen. Während fast 90 Prozent der Einwohner Indonesiens Moslems sind, besteht die Bevölkerung der Molukken etwa zur Hälfte aus Christen.

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