Israel befürchtet US-Angriffe auf Irak
USA und Russland starten Irak-Initiative

Die USA und Russland wollen den Irak dazu bewegen, wieder UN-Waffeninspekteure ins Land zu lassen. Das teilte US-Außenminister Colin Powell am Montagabend in einem Interview des Nachrichtensenders CNN mit. Powell sagte, auf eine gemeinsame Initiative mit seinem russischen Kollegen Igor Iwanow hin werde der Weltsicherheitsrat sich erneut mit der Frage befassen.

dpa WASHINGTON/JERUSALEM. Wenige Stunden zuvor hatte US-Präsident George W. Bush den Irak aufgefordert, die Rückkehr der 1998 ausgewiesenen Kontrolleure zu erlauben. Gleichzeitig warnte Bush den irakischen Staatschef Saddam Hussein nachdrücklich davor, Terror durch Massenvernichtungswaffen zu verbreiten. Er erweiterte seine Warnung auch auf Nordkorea. Pjöngjang sollte ebenfalls eine Überprüfung erlauben, ob es Massenvernichtungswaffen herstelle.

Nach diesen Warnungen erwartet Israels Armee nach Medienberichten innerhalb von zwei bis drei Monaten US- Militärschläge gegen den Irak. Der israelische Rundfunk meldete am Dienstag, die Armee habe daher die Alarmbereitschaft erhöht. Man rechne mit der Möglichkeit irakischer Raketenangriffe auf Israel, sollte der irakische Präsident Saddam Hussein sein Regime in äußerster Bedrohung sehen. Während des Golfkriegs vor knapp elf Jahren waren 39 irakische Raketen in Israel eingeschlagen.

Der Irak soll seit Jahren Massenvernichtungswaffen herstellen

Powells Äußerung gilt als bisher deutlichster Hinweis darauf, dass der Irak nach Afghanistan in einer "zweiten Phase" das nächste Ziel des amerikanischen Anti-Terror-Krieges sein könnte. Bushs Sprecher Ari Fleischer betonte jedoch, es handele sich um nicht mehr als die "Bestätigung und Wiederholung einer seit langem geltenden amerikanischen Politik". Der Irak und Nordkorea stünden seit Jahren auf der Liste des US- Außenministeriums als Staaten, die Massenvernichtungswaffen besitzen oder entwickeln und den internationalen Terrorismus fördern.

Eine Hürde für die Rückkehr der Waffeninspekteure war bisher das Ausbleiben einer Einigung über neue Sanktionen gegen den Irak. Powell will die bisherigen Maßnahmen ändern, um die Folgen für die Zivilbevölkerung zu mildern und gezielt den Militärapparat Bagdads zu treffen. Russland hatte sich im Sicherheitsrat bisher als einziges Mitglied dagegen gesträubt. Powell äußerte am Montagabend die Hoffnung, dass ein Kompromiss möglich sei.

Der US-Außenminister wird in der kommenden Woche auf einer Reise nach Europa auch in Moskau Station machen. Vom 3. bis 10. Dezember sind außerdem die rumänische Hauptstadt Bukarest, das NATO-Hauptquartier in Brüssel und die türkische Hauptstadt Ankara seine Ziele.

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