Archiv
Israel beginnt Teilabzug im nördlichen Gazastreifen

Die israelische Armee hat nach 17 Tagen einer blutigen Offensive im Norden des Gazastreifens mit einem Truppenabzug aus palästinensischen Wohngebieten begonnen. Soldaten zogen sich einem Beschluss der Regierung folgend auf Beobachtungspositionen zurück, bestätigten Militärkreise .

dpa TEL AVIV. Die israelische Armee hat nach 17 Tagen einer blutigen Offensive im Norden des Gazastreifens mit einem Truppenabzug aus palästinensischen Wohngebieten begonnen. Soldaten zogen sich einem Beschluss der Regierung folgend auf Beobachtungspositionen zurück, bestätigten Militärkreise .

"Die Kräfte werden weiter gegen palästinensische Raketenangriffe vorgehen", sagte eine Armeesprecherin in Tel Aviv aber. Bei der Offensive "Tage der Buße", mit der Israel den Raketenbeschuss seiner Grenzorte unterbinden will, waren binnen zwei Wochen mehr als 120 Palästinenser getötet und Hunderte weitere verletzt worden.

Die US-Regierung hat den Beginn des israelischen Abzugs aus dem Gaza-Streifen begrüßt. "Man muss gleichzeitig unterstreichen, dass die Palästinenser die Verantwortung dafür tragen, Gewalt und Terror zu beenden und sicherzustellen, dass aus dem Gebiet - aus keinem Gebiet - Raketen auf Israel abgefeuert werden", sagte Außenamtssprecher Richard Boucher in Washington.

Palästinensische Augenzeugen berichteten am Abend, Panzer hätten sich in Bewegung gesetzt. Mit dem Rückzug soll die humanitäre Lage zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan am Freitag entspannt werden. Einem Bericht des israelischen Armeeradios zufolge schlugen am Freitag jedoch erneut zwei palästinensische Kassam-Raketen nördlich des Gazastreifens ein. Drei Mitglieder der radikalen Hamas - Organisation waren am Morgen im Flüchtlingslager Dschabalia von einer israelischen Rakete getötet worden, als sie eine Bombe legen wollten.

Zwei Tage vor dem Israelbesuch des französischen Außenministers Michel Barnier hat Frankreich scharf gegen israelische "Warnschüsse" gegen europäische Diplomaten protestiert. Am Mittwoch seien Warnschüsse abgegeben worden, als sich ein Mitarbeiter des französischen Konsulats in Jerusalem dem Übergang Erez an der Grenze zum Gaza-Streifen genähert habe, erklärte Barniers Sprecher Hervé Ladsous in Paris. Besorgniserregend sei, dass es sich um "keinen Einzelfall" handele.

Ohne Zwischenfälle besuchten am Freitag mehr als 60 000 Muslime das Gelände der Al-Aksa-Mosche auf dem Tempelberg in Jerusalem zu Beginn des islamischen Fastenmonats. Die israelische Polizei hatte ihre Präsenz verstärkt. Am Vortag hatte die israelische Regierung entschieden, den Zugang für Gläubige nicht zu beschränken. Auf dem Tempelberg ist es immer wieder zu schweren Zusammenstößen gekommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%