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Israel beschießt Arafats Hauptquartier

Als Vergeltung für ein Attentat auf israelische Soldaten griffen Kampfhubschrauber erstmals das Bürogebäude des Palästinenserpräsidenten.

afp NABLUS. Bei massiven Vergeltungsangriffen der israelischen Armee sind in der Nacht zum Mittwoch mindestens elf Palästinenser getötet worden. Mit Kampfschiffen und Apache-Kampfhubschraubern beschoss Israel erstmals das Hauptquartier von Palästinenserpräsident Jassir Arafat in Gaza. Dabei wurden vier Leibwächter aus Arafats Elite-Truppe Force 17 getötet, vier weitere wurden verletzt. Am Stadtrand von Nablus im Westjordanland starben fünf palästinensische Polizisten bei Schusswechseln mit israelischen Soldaten. Am Dienstagabend waren bei einem palästinensischen Angriff auf eine israelische Militärabsperrung im Westjordanland sechs israelische Soldaten getötet worden.

Arafats Hauptquartier in Gaza wurde nach Palästinenserangaben schwer beschädigt. Die Armee beschoss das Bürogebäude mit Raketen und Maschinengewehren. Gleichzeitig griff sie mit F-16-Kampfflugzeugen mehrere Polizeiposten in der Stadt an. In Ramallah im Westjordanland wurde ein Palästinenser getötet, als die israelische Armee mit Panzern von drei Seiten in den Ort einrückte und Büros der palästinensischen Autonomiebehörde beschoss. Zwei Raketen schlugen nach Palästinenserangaben rund hundert Meter von Arafats derzeitigem Wohnort ein. In dem nahe gelegenen Dorf Deir As Sudan wurde ein weiterer Palästinenser getötet. In Nablus lieferten sich die israelische Armee und palästinensische Sicherheitskräfte bis zum Morgen Schusswechsel.

Die israelische Armee erklärte, der Beschuss von Arafats Hauptquartier sei die "Antwort auf die Welle mörderischer Terrorangriffe der vergangenen Tage" und die "Untätigkeit der palästinensischen Autonomiebehörde im Kampf gegen den Terrorismus".

Am späten Dienstagabend hatten bewaffnete Palästinenser eine Militärabsperrung in der Nähe des Dorfs Ein Arik westlich von Ramallah beschossen. Anschließend seien sie auf autonomes palästinensisches Gebiet geflohen, berichtete das israelische Fernsehen. Bei dem Überfall wurden sechs israelische Soldaten getötet. Zu der Tat bekannten sich gleich drei radikale Palästinensergruppen: zwei Gruppen, die Arafats Fatah-Organisation nahe stehen, sowie ein bewaffneter Arm der radikalislamischen Hamas-Bewegung.

Der israelische Außenminister Schimon Peres sagte nach dem Attentat auf die Militärabsperrung einen Besuch bei dem spanischen EU-Ratspräsidenten José Maria Aznar in Madrid ab. Stattdessen sollte Peres am Mittwochmorgen an einem Treffen des israelischen Sicherheitskabinetts unter Leitung von Regierungschef Ariel Scharon teilnehmen, bei dem über eine Reaktion auf die jüngsten Anschläge verhandelt werden sollte.

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