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Israel beschleunigt Siedlungsbau im Westjordanland

Die israelischen Behörden haben im besetzten Westjordanland Grundstücke für den Bau von 700 neuen Siedlerwohnungen freigegeben. Jerusalem solle in Richtung Süden und Osten wachsen, berichtete die Tageszeitung „Jedioth Achronoth“ am Montag.

dpa JERUSALEM/RAMALLAH. Die israelischen Behörden haben im besetzten Westjordanland Grundstücke für den Bau von 700 neuen Siedlerwohnungen freigegeben. Jerusalem solle in Richtung Süden und Osten wachsen, berichtete die Tageszeitung "Jedioth Achronoth" am Montag.

Zuvor hatten Regierungsvertreter erklärt, Washington unterstütze nun einen Ausbau von Siedlungen. Eine offizielle Bestätigung für den Kurswechsel gab es nicht. Die israelische Armee hat unterdessen die Zuständigkeit für den von Ministerpräsident Ariel Scharon angekündigten Abzug jüdischer Siedler aus dem Gazastreifen erhalten.

Scharon plant, die Siedlungen bis Ende kommenden Jahres zu räumen. Sein Plan der einseitigen Abtrennung von Palästinensergebieten sieht gleichzeitig neue Bauten im Westjordanland vor. Der Abzug aus dem Gazastreifen werde unter dem Kommando der Armee organisiert, wie Verteidigungsminister Schaul Mofas mitteilte. Siedlergruppen haben Widerstand angekündigt.

Der Ausbau im Westjordanland ist in den vergangenen Jahren beschleunigt worden. Mehr als 500 weitere Wohneinheiten sollten jetzt in den jüdischen Siedlungen Har Gilo, Har Adar, Adam und Emmanuel entstehen, berichtete "Jedioth Achronoth". Die von dem stellvertretenden Regierungschef Ehud Olmert geführte Landbehörde habe Grundstücke entsprechend klassifiziert.

Palästinenserpräsident Jassir Arafat traf unterdessen nach einem monatelangen Streit um die Reform der Palästinenserverwaltung seinen schärfsten Kritiker Mohammed Dachlan. Ziel des Treffens war eine Aussöhnung. Der frühere Sicherheitschef gilt als starker Mann im Gazastreifen. Er hatte Arafat vorgeworfen, seine Politik ruiniere die Palästinenser. Dachlan forderte Reformen und ein Vorgehen gegen Korruption.

In der israelischen Arbeitspartei wächst der Widerstand gegen eine große Regierungskoalition mit Scharons Likud-Partei. Mehrere Parlamentsabgeordnete der Arbeitspartei forderten, Verhandlungen abzubrechen, nachdem ein Likud-Parteitag gegen eine Zusammenarbeit gestimmt hatte.

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