Israel ins Gewissen geredet
Weltsicherheitsrat verlangt unverzüglichen Abzug

In einer einstimmigen Resolution hat der Weltsicherheitsrat von Israel erneut den sofortigen Abzug seiner Armee aus den besetzten Palästinenserstädten verlangt.

dpa NEW YORK. In einer am Donnerstagabend (Ortszeit) einstimmig verabschiedeten Resolution wird die "unverzügliche Erfüllung" der Resolution 1402 "verlangt", in der das höchste Uno-Gremium bereits am vergangenen Samstag den Abzug gefordert hatte. Der Sicherheitsrat zeigte sich "zutiefst besorgt über die weitere Verschärfung der Situation vor Ort und dass seiner Resolution 1402 bisher nicht Folge geleistet wurde".

Gleichzeitig begrüßte der Sicherheitsrat die geplante Nahostreise von US-Außenminister Colin Powell. Seine und die Bemühungen der Sonderbeauftragten der USA, Russlands, der EU und der Uno, "einen umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden in die Region zu bringen", wurden gelobt.

Israels Uno-Botschafter Jehuda Lancry bezeichnete Powells Reise als "klare Demonstration für den Willen der USA, der Gewalt im Nahen Osten ein Ende zu bereiten". Lancry versprach, Israel werde den Worten von US-Präsident George W. Bush "sorgfältige Aufmerksamkeit" schenken und die Situation neu beleuchten. Dazu gehöre auch der Abzug israelischer Truppen aus palästinensischen Städten, sagte Lancry.

Uno-Generalsekretär Kofi Annan redete Israel ins Gewissen, nicht jedes Vorgehen mit dem Recht auf Selbstverteidigung zu entschuldigen. Israel müsse verstehen, dass es mit seinen Reaktionen auf Terrorakte internationales Recht einhalten müsse und keine Menschenrechts- und humanitäre Krise erzeugen könne. Palästinenserführer "Arafat ins Exil zu zwingen, wäre unbesonnen", sagte Annan, und würde nur mehr Gewalt und Chaos erzeugen.

Der amtierende Präsident des Sicherheitsrates, Sergej Lawrow (Russland), hob die syrische Stimme bei der Abstimmung "mit großer Zufriedenheit" hervor. Syrien, das einzige arabische Land unter den 15 Mitgliedern im UN-Sicherheitsrat, war bei den beiden zuvor verabschiedeten Nahostresolutionen der Abstimmung ferngeblieben.

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