Israel-kritischer Abgeordneter soll FDP beim Werben um Muslime helfen
Ex-Grüner Karsli in die FDP aufgenommen

Der wegen seiner heftigen anti-israelischen Ausfälle umstrittene ehemalige Grünen-Landtagsabgeordnete Jamal Karsli ist von der FDP in Nordrhein-Westfalen als Mitglied aufgenommen worden. Wie der Landesvorsitzende Jürgen Möllemann am Donnerstag mitteilte, beschloss der Kreisverband Recklinghausen am Mittwoch abend nach fast dreistündiger Debatte, dem Aufnahmeantrag Karslis trotz heftiger innerparteilicher Kritik stattzugeben.

WiWo/ap RECKLINGHAUSEN. "Jetzt gehen alle an die Arbeit", begrüßte Möllemann die Entscheidung. Karsli werde der FDP dabei helfen, möglichst viele der in Deutschland lebenden Muslime für die liberale Politik und die FDP zu gewinnen.

Der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Michel Friedman, sprach von einem "katastrophalen politischen Signal". Er appellierte im ZDF-Morgenmagazin an Parteichef Guido Westerwelle, die "Notbremse" zu ziehen. Die FDP müsse sich damit auseinander setzen, dass sie damit identifiziert werde, "einem Antisemiten eine Heimat gegeben zu haben", sagte Friedman. Karsli hatte Israel in einer Presseerklärung "Nazi-Methoden" vorgeworfen und später im Interview einer ultrarechten Zeitung vor einer "zionistischen Lobby" gewarnt.

In einem Brief anlässlich seiner Aufnahme in die FDP verwehrte sich der Düsseldorfer Landtagsabgeordnete dennoch gegen den Vorwurf des Antisemitismus. "Ich bedaure, dass einige meiner Äußerungen zum Nahost-Konflikt in der deutschen Öffentlichkeit den Eindruck ermöglicht haben, ich übernähme die Ausdrucksweise von Antisemiten. ... Ich bin kein Antisemit - vielmer bin ich für ein friedliches Miteinander von Israelis und Arabern im Nahen Osten", schrieb Karsli an Möllemann. Doch werde der Weg zum Frieden durch dich Politik der israelischen Regierung unter Führung von Ariel Scharon versperrt.

Möllemann zufolge wird Karsli, der beim Austritt aus der Grünen Fraktion im Düsseldorfer Landtag sein Mandat mitnahm, als FDP-Abgeordneter gemeinsam mit weiteren Parlamentariern für die Fragen "Migration, Minderheiten, Petitionen" im Landtag zuständig sein.

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