Israel kürzt Budget für Siedlungsbau
Gewalt in Nahost nimmt wieder zu

Nach der Steinigung zweier jugendlicher Siedler im Westjordanland hat die Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern erneut zugenommen. Bei der Explosion eines Sprengsatzes bei einem Grenzübergang zum Gazastreifen wurde am Donnerstag ein Israeli getötet, wie ein Militärsprecher mitteilte.

ap JERUSALEM. Nach der Steinigung zweier jugendlicher Siedler im Westjordanland hat die Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern erneut zugenommen. Zwei weitere Israelis wurden verletzt. Der Anschlag erfolgte südlich des Übergangs Kissufim. Kurz darauf drangen dort israelische Heeres-Bulldozer auf palästinensisches Gebiet vor und planierten Ackerland.

Es war der fünfte Vorstoß israelischer Truppen in Autonomiegebiete des Gazastreifens innerhalb weniger Stunden. Wie Bewohner des Flüchtlingslagers in Rafah berichteten, rollten in der Nacht Panzer durch den Ort. Soldaten schossen mit Granaten und aus Maschinengewehren. Mehrere Häuser von Palästinensern wurden mit Planierraupen beschädigt oder völlig zerstört. Mindestens zwölf Menschen seien verletzt worden, hieß es.

Arafat verurteilt Eindringen in Palästinensergebiet

Bereits am Mittwoch waren israelische Truppen nach Angaben der palästinensischen Polizei zwei Mal ins Autonomiegebiet vorgerückt. Dabei wurden ein drei Monate altes Baby und seine Mutter von Granatensplittern schwer verletzt. Auch östlich von Gaza seien israelische Truppen in palästinensisches Gebiet eingedrungen, hieß es. Der palästinensische Präsident Jassir Arafat verurteilte das Einrücken in die autonome Zone als unannehmbar.

Die Tötung der Jugendlichen durch unbekannte Täter hat in Israel Entrüstung ausgelöst. Ministerpräsident Ariel Scharon machte Arafat und seine Autonomiebehörde für die Bluttat verantwortlich. Er wiederholte, dass es neue Friedensgespräche erst geben werde, wenn die Palästinenser ihre Angriffe einstellten.

Der israelische Rundfunk meldete unterdessen, dass Scharons Regierung auf Druck der USA die finanziellen Mittel für den Siedlungsbau gekürzt habe. Der auf fünf Jahre angelegte Finanzierungsplan sei von 1,5 Mrd. Schekel auf 600 Mill. Schekel gekürzt worden, hieß es. Das US-Außenministerium hatte die Aufstockung des Budgets auf 1,5 Mrd. Schekel am Wochenbeginn als "provokativ" kritisiert. Der israelische Kabinettssekretär Gideon Saar erklärte am Donnerstag, das Budget sei noch nicht endgültig.

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