Israel macht Arafat verantwortlich: Sieben Tote bei Selbstmordanschlag in Israel

Israel macht Arafat verantwortlich
Sieben Tote bei Selbstmordanschlag in Israel

Bei einem palästinensischen Selbstmordanschlag in Israel sind sechs Gäste einer Familienfeier und der Attentäter getötet worden. Mindestens 34 Israelis wurden nach Polizeiangaben zum Teil schwer verletzt, als der Attentäter in der nordisraelischen Stadt Hadera in einem Festsaal in die Menge schoss.

afp HADERA/WASHINGTON. Zu der Bluttat bekannten sich die "Brigaden der El-Aksa-Märtyrer", ein bewaffneter Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat. Die israelische Regierung machte Arafat und die Autonomiebehörde für den Anschlag verantwortlich. Die US-Regierung verurteilte die Tat scharf und forderte Arafat auf, gegen die Verantwortlichen vorzugehen.

Der Attentäter schoss mit einem Schnellfeuergewehr auf die tanzenden Gäste einer Geburtstagsfeier für ein zwölfjähriges Mädchen. Berichte, wonach der Mann einen Sprengstoffgurt getragen habe, wurden von der Polizei dementiert. Nach Behördenangaben versuchte er jedoch, eine Granate zu zünden, bevor er von Sicherheitskräften erschossen wurde.

In einem Bekenneranruf erklärten die "Brigaden der El-Aksa-Märtyrer", die Tat sei ein Racheakt für den Tod ihres Anführers Mohammed Raad El Karmi, der am Montag bei einer Bombenexplosion ums Leben gekommen war. Nach El Karmis Tod hatten die Brigaden den am 16. Dezember von Palästinenserpräsident Arafat verkündeten Waffenstillstand für beendet erklärt.

Ein israelischer Regierungssprecher erklärte, die Bluttat sorge für eine "neue Situation". Israel werde Schritte zum Schutz seiner Bürger prüfen. Er warf Arafat vor, nicht entschieden genug gegen "terroristische Organisationen" vorzugehen. Damit trage der Palästinenserpräsident die Verantwortung für die Gewalttat.

Die USA verurteilten den Anschlag als "entsetzlichen Terrorakt". Arafat müsse sofort gegen die Verantwortlichen vorgehen und die "Infrastruktur des Terrors und der Gewalt" zerschlagen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Washington stehe im Anti-Terrorkampf an der Seite Israels, betonte der Sprecher.

Es handelte sich um den ersten Anschlag gegen Zivilisten in Israel seit dem Aufruf von Palästinenserpräsident Arafat zum Gewaltverzicht Mitte Dezember. Mit den jüngsten Todesopfern stieg die Zahl der Getöteten seit dem Beginn des Palästinenseraufstands im September 2000 auf 1145.

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