Israel reagiert mit Vergeltungsschlägen auf Attentat
Scharon: „Werden Terroristen weiterhin verfolgen“

Israel hat mit zwei Vergeltungsschlägen auf den jüngsten Selbstmordanschlag der radikalen Palästinenser-Gruppe Hamas in Jerusalem reagiert. Bei Luftangriffen im Gaza-Streifen wurden am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag neun Palästinenser getötet, darunter vier Hamas-Mitglieder.

Reuters JERUSALEM. Ministerpräsident Ariel Scharon kündigte an, die Verfolgung militanter Palästinenser in vollem Umfang fortzusetzen. Dies und die Drohung der israelfeindlichen Hamas mit weiteren Anschlägen verheißen nichts Gutes für den Friedensprozess, für den sich US-Präsident George W. Bush beim Gipfel mit Scharon und dessen palästinensischem Kollegen Mahmud Abbas vor einer Woche eingesetzt hat. Bush verurteilte den Anschlag in Jerusalem und rief die Staatengemeinschaft auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Gewalt zu stoppen.

Gegen Mitternacht habe ein israelischer Kampfhubschrauber in Gaza-Stadt ein Auto mit Raketen beschossen, verlautete aus palästinensischen Sicherheitskreisen. Zwei Mitglieder der El-Kassam-Brigaden, der Kampfgruppe der Hamas, seien getötet worden. Nur wenige Minuten nach dem palästinensischen Selbstmordanschlag auf einen Linienbus in Jerusalem, bei dem 16 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt wurden, hatte Israel den ersten Vergeltungsschlag ausgeführt: Durch einen Raketenangriff in Gaza-Stadt kamen zwei Hamas-Mitglieder und fünf Passanten ums Leben. Unter den Toten war nach Hamas-Angaben ein Anführer der El-Kassam-Brigaden. Rund 35 Menschen wurden zudem verletzt.

Die Hamas, die sich die Zerstörung Israels zum Ziel gesetzt hat, hatte erklärt, der Anschlag in Jerusalem sei Vergeltung für Israels fehlgeschlagenen Versuch vom Dienstag gewesen, ihren Mitbegründer Abdel Asis Rantissi zu töten.

In israelischen Kreisen hieß es, der Attentäter vom Mittwoch sei losgeschickt worden, bevor Israel versucht habe, Rantissi zu töten. Seit dem Nahost-Gipfel am vergangenen Mittwoch in Jordanien seien zehn Selbstmordattentäter von israelischen Sicherheitskräften festgenommen worden.

Bush hatte sich besorgt gezeigt, der Angriff auf Rantissi könne Abbas' Position schwächen, der die radikalen Palästinenser zu einem Waffenstillstand mit Israel bewegen will.

Scharon sagte nach dem Attentat, "der israelische Staat wird die palästinensischen terroristischen Gruppen und ihre Anführer im vollsten Umfang weiter verfolgen". Dennoch halte Israel an seiner "Verpflichtung fest, sich um Fortschritte in dem diplomatischen Prozess zu bemühen, der hoffentlich Ruhe und mit Gottes Hilfe Frieden bringt", fügte er hinzu. Abbas forderte Palästinenser und Israelis auf, auf den Einsatz von Gewalt zu verzichten und unverzüglich Schritte zur Umsetzung des internationalen Friedensplans einzuleiten. Abbas und Scharon hatten den Plan, der ein Ende der Gewalt und die Gründung eines Palästinenser-Staates bis 2005 vorsieht, akzeptiert und sich zu seiner raschen Umsetzung verpflichtet.

Auch der britische Premierminister Tony Blair und der französische Präsident Jacques Chirac kritisierten den Anschlag. "Wir verurteilten aufs schärfste diese unmenschlichen ... und unannehmbaren Taten, die nur zu einem anderen Ergebnis führen als wir es wollen, nämlich die Rückkehr zum Frieden", sagte Chirac.

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