Israel reagiert skeptisch auf jüngste Äußerungen Arafats: Scharon will Blockade nicht lockern

Israel reagiert skeptisch auf jüngste Äußerungen Arafats
Scharon will Blockade nicht lockern

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat am Sonntag eine Bitte der Palästinenser um eine Lockerung der Reisebeschränkungen zurückgewiesen. In einer Stellungnahme seines Büros hieß es, die Blockade werde erst enden, wenn die Palästinenser terroristische Gruppen ausschalteten. In der Vergangenheit sei es nach der Lockerung der Blockaden stets zu neuen Anschlägen gekommen.

ap JERUSALEM. Im israelischen Fernsehen reagierte Scharon am Sonntag skeptisch auf die Versicherung des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat, den Terrorismus bekämpfen zu wollen. Diese Aussagen stellten keinen fundamentalen Wechsel in der Politik der Palästinenser dar, sagte Scharon. Arafat habe die Forderungen nach einer Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge, nach Ostjerusalem als palästinensische Hauptstadt und einem Rückzug Israels auf die Grenzen von 1967 nicht aufgegeben.

Scharon erklärte weiter, er sei trotzdem bereit, sich erneut mit den Palästinensern zu Gesprächen zu treffen. Am Samstag war bekannt geworden, dass Scharon am vergangenen Mittwoch eine ranghohe palästinensische Delegation in seinem Haus empfangen hatte.

Arafat verurteilte in einem Beitrag für die "New York Times" Anschläge auf israelische Zivilisten als Terrorismus. "Diese Gruppen repräsentieren nicht das palästinensische Volk und sein legitimes Streben nach Freiheit", schrieb Arafat in der US-Zeitung über die Attentäter. Kein Grad der Unterdrückung und Verzweiflung könne jemals das Töten unschuldiger Zivilisten rechtfertigen. Scharon begründete sein Treffen mit den Arafat-Vertrauten Mahmud Abbas, Parlamentspräsident Ahmed Kureia und Wirtschaftsberater Chaled Salam damit, dass er persönlich deren Standpunkte erfahren wolle. "Ich dachte, es wäre gut, wenn sie direkt von mir meine Meinung erfahren, und ich wollte ebenso ihre Ansicht hören", sagte er auf der Kabinettsitzung am Sonntag.

Der israelische Außenminister Schimon Peres bezeichnete die Wiederbelebung der israelisch-palästinensischen Gespräche als "Hoffnungsstrahl" für eine Feuerpause. Er begrüßte die Ankündigung Arafats, den Terrororganisationen in den Autonomiegebieten "ein Ende zu machen", sagte Peres am Sonntag auf dem Weltwirtschaftsforum in New York. "Wenn Arafat tut, was er sagt, ist das ein guter Anfang", erklärte Peres. Gleich nach der Vereinbarung einer Feuerpause könne Israel einen palästinensischen Staat anerkennen.

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