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Israel setzt Offensive fort - Waffenruhe-Gespräche?

Israelis und Palästinenser haben während der blutigen Militäroffensive im Norden des Gazastreifens Kontakte mit dem Ziel einer Waffenruhe aufgenommen. Israel sei zum Rückzug bereit, wenn die Palästinenserführung ein Ende der Raketenangriffe garantiere.

dpa GAZA. Israelis und Palästinenser haben während der blutigen Militäroffensive im Norden des Gazastreifens Kontakte mit dem Ziel einer Waffenruhe aufgenommen. Israel sei zum Rückzug bereit, wenn die Palästinenserführung ein Ende der Raketenangriffe garantiere.

Das berichteten israelische Medien am Dienstag. Nach mehr als 70 Toten bei den Kämpfen beruhigte sich die Lage etwas. Israelische Soldaten töteten aber erneut mindestens drei Palästinenser im Gazastreifen und Westjordanland. Die Staaten der Europäischen Union und weitere Länder verurteilten die jüngsten Raketenangriffe militanter Palästinenser gegen Israel in einer öffentlichen Debatte des UN-Sicherheitsrats in New York.

Die EU und weitere Staaten forderten Israel aber zugleich auf, die Angriffe seiner Armee auf Wohngebiete im Gazastreifen einzustellen, denen in den letzten Tagen auch viele Zivilisten zum Opfer gefallen sind.

Ein Sicherheitsberater von Palästinenserpräsident Jassir Arafat bestritt, dass es bereits Gespräche über eine Waffenruhe gibt. "Wenn sie ein Treffen wollen, um über das Ende der Aggression zu sprechen, werden wir positiv reagieren", sagte er. Arafat hatte am Vortag indirekt zu einem Ende der palästinensischen Raketenangriffe aus dem Gazastreifen aufgerufen.

Unter den getöteten Palästinensern war ein 13-jähriges Mädchen, das in Rafah an der Grenze zu Ägypten erschossen wurde. Das Armeehauptquartier in Tel Aviv teilte mit, die junge Frau sei eine mutmaßliche Attentäterin gewesen, die in das Sperrgebiet entlang des Grenzstreifens eingedrungen sei. Dagegen teilte ein Krankenhaus in Rafah mit, Soldaten hätten eine unbewaffnete 13-jährige in Schuluniform getötet, als sie sich auf dem Schulweg einem Wachposten genähert habe.

Israelische Militärexperten relativierten unterdessen Vorwürfe, das UN-Palästinenserhilfswerk Unrwa habe Terroristen im Gazastreifen unterstützt. Videofilme der Armee, die im Fernsehen als Beweis für einen Transport einer Kassam-Rakete in einem UN-Notarztwagen verbreitet worden waren, sollten nun erneut geprüft werden. Auswerter der Luftwaffe wollten nicht ausschließen, dass es sich bei dem Gegenstand um eine zusammengelegte Krankentrage handele. Die UN hatten mit Empörung auf die israelischen Anschuldigungen reagiert.

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