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Israel stellt Arafat Ultimatum

Israel hat Palästinenser- Präsident Jassir Arafat mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht, sollte er nicht für die sofortige Auslieferung der Attentäter des Tourismus-Ministers Rehawam Seewi sorgen.

rtr JERUSALEM. Kabinetts-Sekretär Gideon Saar sagte am Donnerstagmorgen in Jerusalem, Israel werde "auf die Weise gegen die Palästinenser-Regierung vorgehen, die derzeit von der internationalen Gemeinschaft akzeptiert werde, um gegen Führungen vorzugehen, die den Terror unterstützen." Saar bezog sich damit auf die US-Militäraktion gegen die Taliban-Regierung in Afghanistan, den dem moslemischen Extremisten Osama bin Laden Unterschlupf gewähren. Israelische Soldaten und Panzer drangen am Donnerstag in die Außenbezirke der Städte Dschenin und Ramallah im Westjordanland vor. Bei Dschenin kam es zu Gefechten.

Arafat müsse alle Verantwortlichen der Tötung Seewis an Israel überstellen, forderte Saar. Der ultra-rechte Politiker war am Mittwoch nach Erkenntnissen der Polizei von einer strikt Palästinenser-feindlichen Splitterpartei an der Tür seines Hotelzimmers in Jerusalem erschossen worden. Am Donnerstag sollte er in einem Staatsbegräbnis beigesetzt werden. Zu dem Anschlag hatte sich die Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) bekannt. Sie bezeichnete das Attentat als Rache für den Tod ihres Anführers Abu Ali Mustafa im August bei einem israelischen Raketenangriff.

Aus diplomatischen Kreisen verlautete, Israel kenne die Identität der Attentäter. Die Liste mit den Namen würden in Kürze den palästinensischen Behörden übergeben, damit sie festgenommen werden könnten. Palästinensische Augenzeugen berichteten, die palästinensische Polizei habe am späten Mittwochabend zwei PFLP-Vertreter festgenommen. Die Wohnungen von zwei weiteren PFLP-Mitgliedern seien nur leer vorgefunden worden. Die palästinensischen Sicherheitskräfte gaben zunächst keine Stellungnahme zu den Festnahmen ab.

Aus Palästinenser-Kreisen war zuvor verlautet, Arafat habe alle Sicherheitskräfte angewiesen, die für das Attentat auf Seewi Verantwortlichen zu suchen und festzunehmen. Arafat habe auch angeordnet, hart gegen alle vorzugehen, die gegen die Waffenruhe mit Israel verstießen. Die Palästinenser-Regierung hatte die Tötung Seewis verurteilt. Israels Ministerpräsident Ariel Scharon hatte Arafat persönlich für den Anschlag verantwortlich gemacht.

Saar sagte weiter, die Israel werde seine "Politik der Selbstverteidigung" fortsetzen. Damit bezeichnet die israelische Regierung die gezielte Tötung militanter Palästinenser, die sie hinter Anschlägen auf das israelische Volk vermutet. Zudem sollten weiterhin Blockaden in den Palästinenser-Gebieten für die Sicherheit Israels sorgen. Bei dem seit über einem Jahr anhaltenden Aufstand der Palästinenser sind mehr als 800 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Palästinenser.

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