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Israel tötet gezielt Hamas-Mitglied

Israel hat am Montag nach palästinensischen Angaben in Nablus erneut ein Mitglied der radikalen Hamas-Bewegung gezielt getötet. Unklar blieb zunächst der Tathergang. Vor einem Treffen von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat mit dem britischen Premierminister Tony Blair sprach sich Blairs Außenminister Jack Straw für die Anerkennung eines Palästinenserstaates aus.

rtr NABLUS/LONDON. Das israelische Militär äußerte sich nicht zu dem Vorfall im Westjordanland. Israel zog am Montagmorgen Truppen und Panzer aus zwei Anfang des Monats besetzten arabischen Teilen Hebrons ab.

Der in Israel gesuchte Hamas-Aktivist Ahmed Marschud sei gezielt getötet worden, sagten Palästinenser in Nablus. Einige sagten, Marschud sei bei einem Hubschrauberangriff ums Leben gekommen, andere berichteten, er sei von einer Autobombe getötet worden. Die israelische Armee äußerte sich nicht. Die USA und Großbritannien haben an Israel und die Palästinenser appelliert, auf Gewalt zu verzichten.

Israel hatte bereits am Vortag ein Hamas-Mitglied gezielt getötet, dem es eine Beteiligung an einem Selbstmordanschlag im Juni in Tel Aviv mit mehr als 20 Toten vorwarf. Für gezielte Tötungen dieser Art war das Land bereits mehrfach international scharf kritisiert worden.

Außenminister Straw sagte im Rundfunksender BBC, die Anerkennung eines palästinensischen Staates gehöre zur langfristigen Friedenslösung im Nahen Osten. Auf beiden Seiten müssten aktivere Fortschritte erreicht werden. Das Treffen Blairs mit Arafat sei Teil des laufenden Prozesses, "Frieden im Nahen Osten, in der Region mit den größten Konflikten und Spannungen in der Welt, zu erreichen und zu sichern". Blair hatte sich jüngst bei einer Reise durch mehrere arabische Staaten um Unterstützung für das von den USA geschmiedete Bündnis gegen den Terrorismus bemüht. Eine Stabilisierung der Lage in Nahost kommt bei diesen Bemühungen entscheidende Bedeutung bei.

Aus Palästinenserkreisen verlautete zum Rückzug der israelischen Armee, der Abzug aus den Stadtvierteln Abu Sneinah und Wadi el Harria sei Teil einer mit Israel getroffenen Vereinbarung. Israels Außenminister Schimon Peres hatte zuvor im Fernsehen bestätigt, dass eine Übereinkunft mit den Palästinensern getroffen worden sei. Israel habe dabei zur Bedingung gemacht, dass die Palästinenser sich verpflichteten, für absolute Ruhe in den geräumten Vierteln zu sorgen.

Hebron ist nach einer Vereinbarung von 1997 zwischen Israel und den Palästinensern geteilt. Dort leben unter israelischem Armeeschutz etwa 400 jüdische Siedler umgeben von 120 000 Arabern. Die Stadt ist Juden wie Moslems heilig und einer der Brennpunkte der Gewalt seit Beginn des Palästinenser-Aufstandes im September vergangenen Jahres.

Der israelische Rechtsblock aus Nationaler Einheit und Jisrael Beitenu will nach eigenen Angaben die Koalitionsregierung von Ministerpräsident Ariel Scharon verlassen. Die Entscheidung werde am Montagvormittag vor der Presse erläutert, sagte ein Parteivertreter im israelischen Rundfunk. Der Sender berichtete weiter, damit protestierten die Parteien gegen die Lockerung der Sanktionen gegenüber den Palästinensern. Der Rechtsblock verfügt über acht Mandate in der Knesset. Scharons Koalitionsregierung besitzt dann aber mit 70 von 120 Abgeordneten immer noch eine breite Mehrheit.

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