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Israel will Bau von Sperranlage beschleunigen

Nach den palästinensischen Selbstmordanschlägen mit 18 Toten will Israel den Bau der umstrittenen Sperranlage im Westjordanland beschleunigen.

dpa TEL AVIV. Nach den palästinensischen Selbstmordanschlägen mit 18 Toten will Israel den Bau der umstrittenen Sperranlage im Westjordanland beschleunigen.

Angesichts der Bombenattentate in zwei Bussen in Beerschewa müsse Israel den Bau des südlichen Abschnitts der Anlage "so schnell wie möglich" abschließen, sagte Salman Schowal, ein ranghoher Berater des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon, am Mittwoch. Der Premier hatte am Dienstagabend angekündigt, Israel wolle zudem den Druck auf die "terroristische Infrastruktur" in Hebron erhöhen.

Die beiden Attentäter stammten aus Hebron im südlichen Westjordanland, das noch nicht durch den Wall von Israel abgetrennt ist. Die Armee legte an Mittwoch einen Belagerungsring um Hebron. Nur in Notfällen durften Palästinenser in die Stadt fahren oder sie verlassen. Die Streitkräfte zerstörten das Haus einer der Attentäter. Etwa ein Dutzend Familienmitglieder der beiden Täter wurden festgenommen.

Die Attentäter hatten sich am Dienstag in zwei Bussen in Beerschewa im Süden Israels in die Luft gesprengt. Sie rissen bei dem schwersten Anschlag in diesem Jahr 16 Menschen mit sich in den Tod und verletzten etwa hundert weitere. Die meisten der Getöteten waren Frauen im Alter von 23 bis 70 Jahren, unter den Opfern war auch ein dreijähriger Junge.

Der israelische Armeesender berichtete, die Bauvorbereitungen für den südlichen Abschnitt des Sperrzauns sollten bereits an diesem Donnerstag beginnen. Im Juni kommenden Jahres solle der gesamte südliche Abschnitt des Trennwalls fertig gestellt sein. Seit Baubeginn des Walls im nördlichen Westjordanland ist die Zahl der Anschläge in Israel erheblich zurückgegangen. Scharon Berater Salman Schowal sagte, die Bombenanschläge in Beerschewa seien ein Beweis für die "Unverantwortlichkeit" der im Juli getroffenen Haager Gerichtsentscheidung gegen den Sperrwall.

Unterdessen verschob das palästinensische Parlament aus Protest gegen Palästinenserpräsident Jassir Arafat den für den 7. September angesetzten Beginn seiner neuen Sitzungsperiode um einen Monat. Vor neuen Sitzungen müsse die Exekutive - Präsident Arafat - erst mehrere vom Parlament verabschiedete Gesetze und Entscheidungen billigen, sagte Parlamentspräsident Rauchi Fattuh in Ramallah.

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