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Israel will Verlauf der Sperranlage verändernDPA-Datum: 2004-07-13 16:04:54

Tel Aviv (dpa) - Israel will den geplanten Verlauf der Sperranlage zum Westjordanland nach Angaben israelischer Medien zu Gunsten der Palästinenser verändern.

Tel Aviv (dpa) - Israel will den geplanten Verlauf der Sperranlage zum Westjordanland nach Angaben israelischer Medien zu Gunsten der Palästinenser verändern.

Damit reagiere die Armee jedoch nicht auf das ablehnende Gutachten des Internationalen Gerichtshofes von Den Haag, sondern auf ein Grundsatzurteil des eigenen obersten Gerichtes, hieß es am Dienstag. Die israelischen Richter hatten vor zwei Wochen entschieden, dass der Verlauf der Sperranlage in einem 30 Kilometer langen Abschnitt nördlich von Jerusalem zu Gunsten der Palästinenser verschoben werden müsse.

Den israelischen Medien zufolge soll die Sperranlage künftig generell näher an der «Grünen Linie» verlaufen, der Grenze von 1967. Sie solle zudem ausreichend Abstand zu palästinensischen Häusern halten und Palästinenser nicht mehr von ihren Feldern und Schulen abschneiden. Palästinensische Dörfer sollten nicht mehr in Enklaven eingeschlossen werden. Die Medien zitierten jedoch Armeevertreter mit der Aussage, die Anlage werde aus Sicherheitsgründen auch in Zukunft auf palästinensischem Gebiet verlaufen.

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hatte die Sperranlage am vergangenen Freitag in einem Gutachten als illegal bezeichnet und ihren Abriss gefordert. Ministerpräsident Ariel Scharon hatte das Urteil als einseitig zurückgewiesen und einen Weiterbau des Sperrwalls angeordnet.

In Dschenin im nördlichen Westjordanland töteten israelische Soldaten am Dienstag den örtlichen Führer der radikalen Gruppe Islamischer Dschihad. Nach Angaben von Einwohnern wurde der 38- jährige Numan Tahajne von einer verdeckt operierenden Armee-Einheit in seinem Wagen erschossen, nachdem er eine Klinik in der Stadt verlassen hatte. Bei einem Schusswechsel im Bereich des Krankenhauses sei dann ein weiterer Palästinenser verletzt worden.

Im Gazastreifen sperrte die Armee einen zentralen Kontrollposten und trennte das autonome Gebiet damit in zwei Teile. Dadurch können Hunderttausende Palästinenser nicht mehr zwischen dem Norden und Süden des Gazastreifens hin- und herreisen.

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