Israelis erschossen palästinensischen Sicherheitsbeamten
Zahl der Toten im Nahen Osten auf über 400 gestiegen

ap JERUSALEM. Die Zahl der Toten bei der jüngsten Welle der Gewalt im Nahen Osten ist am Donnerstag auf über 400 gestiegen. Israelische Soldaten erschossen im Gazastreifen einen palästinensischen Sicherheitsbeamten, der versucht haben soll, in eine jüdische Siedlung vorzudringen. Er war das 401. Opfer der seit fünf Monaten anhaltenden Kämpfe. Bei rund 80 % der Toten handelt es sich um Palästinenser.

Die Amokfahrt eines palästensischen Busfahrers, die am Mittwoch in der Nähe von Tel Aviv acht Israelis in den Tod riss, setzt unterdessen die beiden größten politischen Kräfte Israels bei ihren Koalitionsverhandlungen unter Zeitdruck. Der Unterhändler der Arbeitspartei, Haim Ramon, erklärte am Donnerstag, ein Abkommen sei nahe. "Wir stehend fast am Ende des Wegs. Es gibt zwar noch Streitigkeiten, die sind aber nicht dazu angetan, die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit zu vereiteln", sagte Ramon. Der designierte neue Ministerpräsident Ariel Scharon und der scheidende Regierungschef Ehud Barak haben bereits erklärt, mit den Palästinensern nur noch ein Zwischenabkommen anzustreben und keinen umfassenden Friedensvertrag.

Es wurde erwartet, dass Barak, der bei der Ministerpräsidentenwahl haushoch gegen Scharon verloren hatte, sich in Kürze zu seiner politischen Zukunft äußern wird. Scharon hat ihm den Posten des Verteidigungsministers angeboten. Barak hatte zunächst erklärt, er wolle sich für eine Weile aus der Politik zurückziehen, ließ aber zuletzt doch zunehmend seine Bereitschaft erkennen, einen Kabinettsposten anzunehmen.

Bei dem am Donnerstag erschossenen Palästinenser handelt es sich um einen 23-Jährigen Bewohner des Flüchtlingslager Deir el Balah. Er trug zwar keine Uniform, besaß aber Dokumente, die ihn als Mitglied des Palästinensischen Sicherheitsdienstes auswiesen.



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