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Israelis töten fünf Palästinenser im Gazastreifen

Einen Monat nach dem Tod von Palästinenserpräsident Jassir Arafat eskaliert im Gazastreifen wieder die Gewalt. Fünf Palästinenser wurden in der Nacht zum Donnerstag im Grenzbereich zu Ägypten bei zwei Vorfällen von israelischen Soldaten erschossen.

dpa GAZA. Einen Monat nach dem Tod von Palästinenserpräsident Jassir Arafat eskaliert im Gazastreifen wieder die Gewalt. Fünf Palästinenser wurden in der Nacht zum Donnerstag im Grenzbereich zu Ägypten bei zwei Vorfällen von israelischen Soldaten erschossen.

Stunden später feuerte ein Kampfhubschrauber eine Rakete auf das Fahrzeug eines Palästinenserführers im südlichen Gazastreifen ab. Seit Wochenbeginn sind im Gazastreifen neun Palästinenser und ein israelischer Soldat getötet worden. Der neue Gewaltausbruch folgt auf einen Monat der relativen Ruhe und internationaler Bemühungen um eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses.

Die Armee bestätigte den Angriff auf Dschamal Abu Samhadana, Kommandeur der radikalen Volkswiderstands-Komitees. Samhadana entkam mit drei weiteren Aktivisten dem Liquidierungsversuch in der Nähe der Grenzstadt Rafah. Die vier wurden dabei allerdings verletzt. Es war der erste gezielte Tötungsversuch der Luftwaffe seit dem Tod Arafats.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon bekräftigte unterdessen zu Beginn einer partei-internen Abstimmung seine Entschlossenheit zur Bildung einer großen Koalition. Die knapp 3 000 Mitglieder des Zentralkomitees seiner Likud-Partei waren aufgerufen, über die Bildung einer großen Koalition mit der Arbeitspartei und streng religiösen Parteien zu entscheiden. Sollte das Gremium Scharon unterstützen, will dieser innerhalb von zehn Tagen eine neue Regierung bilden. Im Falle eines Scheitern Scharons bei der Abstimmung, deren Ergebnisse in der Nacht zum Freitag erwartet wurden, rechnen politische Beobachter mit Neuwahlen.

Scharons alte Koalition, die schon im Streit um den Gaza- Abzugsplan die Mehrheit im Parlament verloren hatte, war vor einer Woche an der Auseinandersetzung um den Staatshaushalt für 2005 zerbrochen. Der Regierungschef braucht jetzt die Arbeitspartei, um den angekündigten Abzug aus dem Gazastreifen im kommenden Sommer umzusetzen.

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