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Israelis töten Hamas-Militärführer in Gaza

Israelische Soldaten haben den Militärführer der radikalislamischen Hamas-Organisation, Adnan el Gul, mit einem gezielten Raketenbeschuss getötet. Bei dem Angriff im Osten der Stadt Gaza sei in der Nacht zum Freitag auch sein Stellvertreter Imad Abas liquidiert worden.

dpa GAZA/TEL AVIV. Israelische Soldaten haben den Militärführer der radikalislamischen Hamas-Organisation, Adnan el Gul, mit einem gezielten Raketenbeschuss getötet. Bei dem Angriff im Osten der Stadt Gaza sei in der Nacht zum Freitag auch sein Stellvertreter Imad Abas liquidiert worden.

Das teilte die Hamas-Organisation mit. El Gul galt als Nummer zwei der Hamas-Militärhierarchie und Konstrukteur der palästinensischen Kassam-Raketen. Israelische Militärexperten sagten dem Armeeradio, es handele sich aus israelischer Sicht um eine der wichtigsten Tötungen in den vergangenen Jahren. Die israelische Luftwaffe betonte, el Gul sei für den Tod von Dutzenden Israelis verantwortlich gewesen. In Chan Junis im Süden des Gazastreifens töteten Soldaten am Freitag einen dritten Palästinenser.

Ein Sprecher der Hamas-Bewegung bezeichnete die gezielte Tötung des Militärführers als schweren Schlag. "Dieser Mordanschlag wird nicht ohne Strafe bleiben", sagte Muschir el Masri. Tausende Palästinenser demonstrierten in Flüchtlingslagern gegen Israel und verlangten Rache.

Die israelische Armee hat nach UN-Angaben während ihrer 17-tägigen Operation "Tag der Buße" im Norden des Gazastreifens 107 Menschen getötet, darunter 27 Kinder. Mehr als 400 seien verletzt worden, berichtete das UN-Hilfsprogramm für palästinensische Flüchtlinge (Unrwa) am Freitag in Genf. Auf israelischer Seite habe es fünf Tote gegeben. Es sei die größte Offensive im Gazastreifen seit Beginn des zweiten Palästinenseraufstandes (Intifada) im September 2000 gewesen.

Für den angekündigten Abzug von Siedlungen und Armeeposten aus dem Gazastreifen müsste Israel im kommenden Jahr 10 000 Reservisten mobilisieren. Das sei das Ergebnis von Beratungen im israelischen Generalstab, berichtete die Tageszeitung "Haaretz". Ministerpräsident Ariel Scharon hatte angekündigt, alle Siedlungen im Gazastreifen und vier Siedlungen im Westjordanland im nächsten Jahr zu räumen. Das Parlament soll kommende Woche über den Plan abstimmen.

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