Israelis und Palästinenser sprechen von deutlichen Fortschritten
Taba: Wieder aufgenommene Gespräche von Optimismus begleitet

dpa TABA/JERUSALEM. Begleitet von optimistischen Äußerungen über einen Verhandlungserfolg haben Israelis und Palästinenser am Donnerstag ihre Friedensgespräche wieder aufgenommen. Die Verhandlungen im ägyptischen Badeort Taba waren nach dem Mord an zwei Israelis durch palästinensische Extremisten im Westjordanland knapp zwei Tage unterbrochen.

Beide Seiten sprachen von deutlichen Fortschritte bei den bisherigen Gesprächen. Der palästinensische Unterhändler Nabil Schaath sagte, beide Parteien seien sich hinsichtlich der künftigen Grenzen des geplanten Palästinenserstaats weitgehend einig. Danach sollen nur vier Prozent der bisher besetzten Gebiete in israelischer Hand bleiben.

Schaath vertrat die Ansicht, auch die anderen Probleme wie der künftige Status von Jerusalem oder die Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge nach Israel seien lösbar, «wenn wir mit der gleichen Energie und Ernsthaftigkeit weiterverhandeln». Nach Angaben des israelischen Armeesenders haben sich beide Seiten bei den bisherigen Gesprächen darauf verständigt, dass Israel in den kommenden 20 Jahren insgesamt 100 000 palästinensische Flüchtlinge aufnehmen wird.

Der engste Ministerkreis um den amtierenden israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak hatte am Mittwochabend in Jerusalem beschlossen, die Gespräche trotz des Doppelmordes im Westjordanland fortzusetzen.

Das höchste israelische Gericht gab Barak grünes Licht für die Fortsetzung seiner Friedensverhandlungen. Die Richter wiesen am Donnerstag einen Antrag von Regierungskritikern zurück, die Barak das Recht absprachen, als zurückgetretener Regierungschef über ein dauerhaftes Friedensabkommen weiter zu verhandeln.

Palästinensische Delegationsmitglieder betonten am Donnerstag, man strebe die Unterzeichnung eines umfassenden Friedensvertrages an. Bislang hatte es geheißen, Ziel der Gespräche sei nur ein allgemein gehaltenes Dokument, das die Übereinkünfte beider Seiten festhält. Barak dämpfte am Donnerstag jedoch die Hoffnungen mit den Worten, bis zu den Ministerpräsidentenwahlen am 6. Februar sei kein Vertrag zwischen beiden Seiten zu erwarten.

Die palästinensische Polizei nahm unterdessen am Mittwochabend vier Mitglieder der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat unter dem Verdacht fest, an dem Mord an zwei israelischen Restaurantbesitzer am Dienstag im Westjordanland beteiligt gewesen zu sein.

Derweil wurde ein heimliches Treffen von Vertrauten des rechtsgerichteten Kandidaten für die Wahl am 6. Februar, Ariel Scharon, und einem Vertreter Arafats bekannt. Die Likud-Partei Scharons und der palästinensische Informationsminister Jassir Abed Rabbo bestätigten, dass sich Scharons Sohn Omri am Mittwoch in Wien mit Arafats Berater Mohammed Raschid getroffen habe. Scharon hatte Arafat noch vor kurzem in einem Interview als "Lügner, Mörder und bitteren Feind" bezeichnet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%