Israelische Armee dringt in autonome Stadt Chan Junes ein
Mindestens 18 Verletzte bei Luftangriff in Gaza

Die israelische Armee hat in der Nacht zu Freitag erneut palästinensische Einrichtungen aus der Luft angegriffen. Bei einem Angriff auf das Hauptquartier der palästinensischen Polizei in Gaza wurden Krankenhausangaben zufolge mindestens 18 Menschen verletzt.

afp GAZA. Ein Kampfflugzeug des Typs F-16 feuerte gegen 02.00 Uhr MEZ zwei 400 Kilogramm schwere Raketen auf das Hauptquartier ab. Nach Angaben eines Militärsprechers wurden in dem Gebäudekomplex Mörsergranaten hergestellt. Im Süden des Gazastreifens drangen israelische Soldaten mit Panzern in die autonome Stadt Chan Junes ein. Am Morgen sollte ein israelisch-palästinensisches Sicherheitstreffen stattfinden.

Bei dem Angriff in Gaza wurden nach palästinensischen Angaben zwei Gebäude vollständig zerstört und ein drittes beschädigt. Einem Krankenhaussprecher zufolge schwebte keiner der Verletzten in Lebensgefahr. Zahlreiche Frauen und Kinder stünden jedoch unter Schock. Die Erschütterungen der Bombeneinschläge waren bis ins Stadtzentrum zu spüren. Bereits am Montag und Dienstag hatte die Armee schwere Luftangriffe auf palästinensische Einrichtungen geflogen, bei denen in Gaza der Hubschrauberlandeplatz von Palästinenserpräsident Jassir Arafat zerstört wurde. Im Gazastreifen und im Westjordanland wurden mehrere Gebäude der palästinensischen Sicherheitskräfte zerstört.

Kurz vor dem Luftangriff drang die israelische Armee in Chan Junes zweimal mit Panzern auf autonomes Gebiet vor. Soldaten durchsuchten mehrere Häuser und nahmen dabei nach palästinensischen Angaben mehrere Menschen fest.

Nach Angaben von Arafat vermittelte der US-Sonderbeauftragte für den Nahen Osten, Anthony Zinni, das neue Sicherheitstreffen. Er selbst habe bereits sein Kommen zu der für den Morgen geplanten Zusammenkunft zugesagt, fügte Arafat hinzu. Einen Ort wollte er nicht nennen. Das Treffen solle dazu dienen, die derzeit angespannte Lage zwischen beiden Seiten zu entschärfen.

Israel hatte Arafat eine Liste mit 36 mutmaßlichen Drahtziehern von Bombenanschlägen vorgelegt und die Luftangriffe auf die Autonomiegebiete vorübergehend ausgesetzt, um Arafat Gelegenheit zu geben, gegen Extremisten vorzugehen. Am Donnerstag lehnte Israel die bisher angeordneten Maßnahmen gegen militante Palästinenser als unzureichend ab. Nach der Serie von Selbstmordanschlägen am Wochenende waren in den vergangenen Tagen nach palästinensischen Angaben 180 islamistische Aktivisten im Westjordanland und dem Gazastreifen festgenommen worden. In der Nacht zum Donnerstag wurde der geistliche Anführer der radikalen Hamas-Organisation, Scheich Achmed Jassin, unter Hausarrest gestellt.

Beim Vorrücken in den Gazastreifen töteten israelische Soldaten am Donnerstagabend einen palästinensischen Polizisten. Krankenhausangaben zufolge wurde der 23-jährige Polizist bei der Militäraktion nahe Beit Lahia offenbar regelrecht hingerichtet, als er bereits durch Schüsse verletzt war. Dies habe eine Obduktion der Leiche ergeben. Nach israelischen Angaben rückten Soldaten in das Gebiet vor, nachdem Palästinenser fünf Mörsergranaten auf eine nahe gelegene jüdische Siedlung abfeuerten.

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