Israelische Armee zerstört Häuser im Gaza-Streifen

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Israelische Armee zerstört Häuser im Gaza-Streifen

Israelische Soldaten haben am Donnerstagmorgen Augenzeugen zufolge Dutzende Häuser in Rafah im Gaza-Streifen zerstört. Aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, die Armee sei mit gepanzerten Fahrzeugen und Planierraupen in die palästinensischen Stadt eingedrungen.

rtr RAFAH. Die Armee teilte mit, einige Häuser seien zerstört worden, da Palästinenser von dort aus israelische Soldaten beschossen hätten. Die Soldaten zogen sich später aus dem Ort nahe der Grenze zu Ägypten zurück. Am Mittwoch hatten militante Palästinenser bei einem Überfall auf einen israelischen Armeeposten im Grenzgebiet zum südlichen Gaza-Streifen vier Soldaten getötet.

Augenzeugen berichteten, die Soldaten hätten in Rafah etwa 30 Häuser zerstört. Nach Angaben eines Mitarbeiters der Vereinten Nationen (UNO) könnten auch bis zu 45 Häuser zerstört worden sein. Die Soldaten hätten die Einwohner mit Schüssen aus ihren Häusern vertrieben, berichteten Augenzeugen. Ein Anwohner sagte, sein Sohn habe ihn geweckt und ihm gesagt, dass die Armee mit Planierraupen anrücke. "Ich hatte keine Zeit, irgendetwas zu tun. Ich packte meine Töchter, und wir rannten raus." Nach dem Abzug der Armee suchten Einwohner in den Trümmern ihrer zerstörten Häuser nach Habseligkeiten.

Seit Beginn des palästinensischen Auftandes gegen die israelische Besetzung im September 2000 haben militante Palästinenser aus Rafah wiederholt israelische Soldaten überfallen. Bei dem Aufstand wurden bisher 803 Palästinenser und 238 Israelis getötet.

Der Überfall vom Mittwoch, zu dem sich die radikale Palästinenser-Organisation Hamas bekannte, folgte einer Phase relativer Ruhe, nachdem Palästinenser-Präsident Jassir Arafat Mitte Dezember zu einem Verzicht auf Gewalt gegen Israel aufgerufen hatte. Die Palästinenser-Regierung verurteilte den Anschlag, doch Israels Ministerpräsident Ariel Scharon machte Arafat dafür ebenso verantwortlich wie für einen angeblichen Versuch, große Mengen Waffen in die Palästinensergebiete zu schmuggeln. In der vergangenen Woche hatte Israel im Roten Meer ein Schiff aufgebracht, auf dem 50 Tonnen Waffen und Sprengstoff gefunden wurden. Die Ladung mit einem Wert von etwa 100 Mill. Dollar (112 Mill. ?) stammte Israel zufolge aus dem Iran und soll für den Gaza-Streifen bestimmt gewesen sein.

Die USA halten die von Israel gegen die Palästinenser- Regierung vorgebrachten Beweise für glaubhaft. Nach einem Treffen mit israelischen Geheimdienst-Experten hieß es in US- Regierungskreisen in Washington am Mittwoch, es sei zwingend, anzunehmen, dass sowohl ranghohe Personen in der Palästinenser- Regierung und der Fatah-Organisation Arafats als auch Arafat selbst von der Waffenlieferung gewusst haben müssten. Darauf deuteten die von Israel vorgelegten Geheimdienstinformationen hin. Die US-Regierung sei der Auffassung, Arafat müsse mit diesen Dingen sofort aufhören und sich von den Teilen der Fatah-Organisation trennen, die in die Affäre verwickelt seien, sagte ein Regierungsvertreter. "Dies ist eine sehr ernste Angelegenheit".

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