Israelische Luftwaffe griff daraufhin Ziele nördlich Har Dovs an
Israelischer Soldat bei Hisbollah-Anschlag getötet

Bei einem Bombenanschlag auf eine israelische Militärpatrouille an der Grenze zum Libanon sind am Sonntag ein Soldat getötet und zwei weitere verletzt worden. Die radikal-islamische Hisbollah (Partei Gottes) im Libanon bekannte sich zu dem Anschlag.

Reuters JERUSALEM. Die israelische Luftwaffe griff danach vermutete Hisbollah-Ziele nahe der Ortschaft Kfar Schuba im Südlibanon an. Dabei wurde nach libanesischen Angaben ein Mann verletzt. Ägypten setzte derweil seine diplomatischen Bemühungen um ein Ende der Gewalt im Nahen Osten fort. Präsident Husni Mubarak kam in Kairo mit einem Berater von Israels Ministerpräsident Ehud Barak und mit dem jordanischen König Abdullah zu getrennten Gesprächen zusammen.

Die Bombe explodierte nach israelischen Angaben an einem Straßenrand nahe Har Dov, rund einen Kilometer südlich der libanesischen Grenze. Die israelische Armee teilte mit, die Luftwaffe habe daraufhin Ziele nördlich Har Dovs angegriffen. Augenzeugen berichteten, an den Luftangriffen seien Kampfflugzeuge und Militärhubschrauber beteiligt gewesen. Die Helikopter hätten die Umgebung der Dörfer mit Maschinengewehren beschossen. Offenbar hätten sie dort die Freischärler vermutet, die den Anschlag auf die Grenzpatrouille verübt hatten. Beide Seiten kündigten an, sich über die jeweils andere Seite bei den Vereinten Nationen (UNO) beschweren zu wollen.

Barak sagte im Armeerundfunk, die Lage an der Grenze zum Libanon sei heikel und könne noch an Brisanz gewinnen. Israels Außenminister Schlomo Ben-Ami nannte den Anschlag eine aggressive Tat der Hisbollah und der libanesischen Regierung. Die Grenze bei Kfar Schuba ist umstritten. Die UNO erkannte den libanesischen Anspruch auf das Gebiet südlich des Dorfes nicht an, als sie den Abzug Israels aus dem Südlibanon im Mai beglaubigte. Der Abzug kam nach 22 Jahren Besetzung und geschah unter dem Eindruck der hohen Verluste, die die Hisbollah den Israelis beibrachte.

Bei dem seit zwei Monaten andauernden Palästinenser-Aufstand im Westjordanland und im Gaza-Streifen sind mindestens 275 Menschen getötet worden, überwiegend Palästinenser. Am Sonntag erlag nach Krankenhausangaben ein Palästinenser seinen bei früheren Auseinandersetzungen erlittenen Verletzungen.

Mubarak erklärt Bereitschaft zur Wiederaufnahme des Dialogs

Mubarak sprach sich nach israelischen Angaben im Gespräch mit Baraks Sicherheitsberater Danny Jatom für eine Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Israelis und Palästinensern aus. Mubarak habe erklärt, Palästinenser-Präsident Jassir Arafat habe sich dafür ausgesprochen, die Gewalt sofort zu beenden und die Kontakte mit Israel wieder aufzunehmen, teilte das Büro Baraks mit. Arafat war am Samstag mit Mubarak zusammengetroffen. Aus Protest gegen das israelische Vorgehen gegen die Palästinenser hatte Ägypten seinen Botschafter aus Tel Aviv zurückberufen und Israel damit in der Region diplomatisch weitgehend isoliert. König Abdullah äußerte sich nach dem etwa anderthalbstündigen Gespräch mit Mubarak zunächst nicht.

Barak ließ unterdessen nach Angaben aus Regierungskreisen bei Arafat die Aussichten auf eine Beendigung des Aufstandes in den besetzten Gebieten sondieren. Das Kabinettsmitglied Amnon Lipkin-Schahak und der frühere Chef des Staatsschutzes Schin Beth, Ami Ajalon, hätten am Samstagabend im Gaza-Streifen mit Arafat gesprochen, verlautete am Sonntag in Jerusalem. In hohen Palästinenser-Kreisen wurde dementiert, dass ein solches Treffen stattfand. Lipkin-Schahak wollte die Begegnung weder bestätigen noch dementieren.

Der russische Außenminister Igor Iwanow sicherte die Unterstützung seines Landes für eine mögliche internationale Schutztruppe zu. Nach einem Gespräch mit Iwanow in Berlin, sagte Bundesaußenminister Joschka Fischer, eine solche Schutztruppe werde nur dann Erfolg haben, wenn alle Seiten ihrer Entsendung zustimmten. Eine deutsche Beteiligung an einer solchen Truppe sei keine Frage, die jetzt entschieden werden müsse.

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