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Israelische Panzer stoßen in Gazastreifen vor

Die israelische Armee hat am Mittwoch einen neuen Großeinsatz im Gazastreifen begonnen. Die Streitkräfte drangen in der Nacht von Norden und Süden aus mit zahlreichen Panzern und gepanzerten Fahrzeugen tief in das teilautonome Gebiet ein.

dpa GAZA. Die israelische Armee hat am Mittwoch einen neuen Großeinsatz im Gazastreifen begonnen. Die Streitkräfte drangen in der Nacht von Norden und Süden aus mit zahlreichen Panzern und gepanzerten Fahrzeugen tief in das teilautonome Gebiet ein.

Ziel der Operation ist es, den Beschuss israelischer Ziele mit palästinensischen Kassam-Raketen zu verhindern. Im Westjordanland explodierte unterdessen in der Nähe einer israelischen Patrouille ein mit Sprengstoff beladenes Auto. Dabei wurde jedoch niemand verletzt. Entgegen ersten Berichte von einem getöteten palästinensischen Fahrer wurde die Bombe nach Angaben beider Seiten vermutlich aus der Entfernung gezündet. Die Fatah-Splittergruppe Al-Aksa-Brigaden bekannte sich zu der Tat.

Im Gazastreifen drangen die Truppen, die von Hubschraubern begleitet wurden, auf Positionen bei Bet Chanun im Norden und bei Chan Junis im Süden vor. Aus Bet Chanun hatte sich die israelische Armee erst vor einem Monat zurückgezogen. Ein israelischer Armeesprecher sagte am Mittwoch, die neue Operation sei "zeitlich nicht begrenzt". Ungeachtet des Einsatzes feuerten militante Palästinenser erneut mehrere Kassam-Raketen ab.

In der Nacht zum Dienstag waren bei einem Angriff der israelischen Luftwaffe auf ein Trainingslager der radikal-islamischen Hamas-Bewegung 14 Mitglieder der Gruppe getötet worden. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon betonte später, es handele sich nicht um eine "Racheaktion" für den Doppelanschlag in Beerschewa, bei dem eine Woche zuvor 16 Israelis getötet worden waren. "Dies ist vielmehr Teil einer entschlossenen und konsequenten Politik des Kampfes gegen Terrororganisationen", sagte Scharons Sprecher Raanan Gissin am Mittwoch. Israel habe das Recht auf Selbstverteidigung.

US-Außenminister Colin Powell hatte am Dienstag die "Politik der Vergeltung" sowohl Israels als auch der Palästinenser kritisiert. Vergeltung sei keine Lösung, betonte Powell. Der Minister kritisierte auch die Äußerung des palästinensischen Ministerpräsidenten Ahmed Kureia, der nach dem Luftangriff in Gaza mögliche Racheanschläge von Hamas als "gerechtfertigt" bezeichnet hatte.

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