Israelische Patienten haben offenbar die Nieren erhalten
Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Organhandel

An zwei deutschen Kliniken sollen Nieren verpflanzt worden sein, deren Spender Geld dafür erhielten. Wegen des Verdachts auf Organhandel ermitteln in insgesamt vier Fällen die Staatsanwaltschaften in Jena und Essen.

HB/dpa ESSEN/JENA. Eine anonyme Anzeige hatte vor einem Jahr die Ermittlungen nach einer Transplantation am Universitätsklinikum in Jena ausgelöst. Nun würden auch drei Nieren- Transplantationen am Universitätsklinikum Essen überprüft, bestätigte der Essener Oberstaatsanwalt Willi Kassenböhmer am Freitag einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". In allen Fällen hätten Patienten aus Israel Organe osteuropäischer Spender erhalten. "Wir überprüfen nun, ob da Gelder geflossen sind", sagte Kassenböhmer.

Die Ermittlungen richteten sich derzeit nur gegen den Vermittler sowie gegen Spender und Empfänger der Organe. Es gebe zurzeit keine Anhaltspunkte dafür, dass der Essener Mediziner, der in allen vier Fällen die Transplantationen ausgeführt habe, über die Hintergründe eines möglichen Organhandels informiert gewesen sei.

Nach dem Bericht des Magazins soll für die Nierentransplantation in Jena ein israelischer Agent "mehrere hunderttausend Dollar" bekommen haben. "Der Spiegel" beruft sich dabei auf die Aussage des Sohnes des 66-jährigen israelischen Organempfängers, der wenige Wochen nach der Operation starb. Der aus Moldawien stammende 37- jährige Spender und der Empfänger hätten sich in Deutschland als Neffe und Onkel ausgegeben, obwohl sie sich zuvor noch nie gesehen hätten, heißt es in dem Bericht.

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