Israelische Regierungskrise
Scharon sucht nach Ersatz für Barak-Regierung

"Was noch zu tun bleibt, ist daran zu arbeiten, dass wir eine Regierung finden, die die von Barak ersetzt", sagte der Likud-Politiker Scharon am Dienstagmorgen

Reuters JERUSALEM. Der israelische Oppositionschef Ariel Scharon hat angekündigt, dass alles getan werde, um die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Ehud Barak (Bild) zu ersetzen. "Was noch zu tun bleibt, ist daran zu arbeiten, dass wir eine Regierung finden, die die von Barak ersetzt", sagte Scharon am Dienstagmorgen im israelischen Armeerundfunk. Die Verhandlungen zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit unter Beteiligung des rechts-konservativen Likud-Blocks Scharons waren in den vergangenen Tagen Parteikreisen zufolge gescheitert.

Scharon gilt als starker Gegner von Baraks Friedenspolitik mit den Palästinensern, derentwegen der Ministerpräsident im Juli seine Parlamentsmehrheit verloren hatte. Baraks Mitte-Links-Regierung verfügt derzeit nur noch über die Unterstützung von 30 der 120 Abgeordneten im israelischen Parlament, der Knesset. Am Montag hatte die Knesset ihre Sommerpause beendet. Baraks Allianz dürfte das nächste Vertrauensvotum kaum überstehen.

Scharon sagte, dass er Barak und seine gescheiterte Regierung nicht weiter unterstützen könne. Sie zu ersetzen dauere voraussichtlich noch einen oder mehrere Monate. "Aber dies sind bereits die letzten Atemzüge der Regierung", sagte Scharon im Rundfunk. Unklar blieb, ob Scharon damit einer gemeinsamen Regierung eine endgültige Absage erteilte.

Während der seit fast fünf Wochen anhaltenden Unruhen in den Palästinenser-Gebieten sind bislang mindestens 148 Menschen getötet worden. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Palästinenser oder israelische Araber.

Auf seiner Nahostreise wird Bundeskanzler Gerhard Schröder am Dienstag zu Gesprächen mit Barak in Israel erwartet.

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