Israelischer Soldat bei Anschlag getötet
Weiteres Todesopfer in Israel

dpa JERUSALEM/BEIRUT. Bei einem Anschlag der radikal- islamischen Hisbollah-Miliz auf eine israelische Grenzpatrouille ist am Freitag ein 19-jähriger israelischer Soldat getötet worden. Nach libanesischen Angaben explodierten zwei Sprengsätze auf der israelischen Seite der Grenze in unmittelbarer Nähe des Fahrzeugs. Der israelische Armeesender meldete hingegen, die Freischärler hätten die Patrouille von Libanon aus mit Panzer-Abwehrraketen beschossen. Bei dem Anschlag im Bereich der Schebaa-Farmen seien zwei weitere Soldaten der Eliteeinheit "Golani" verletzt worden. Als Vergeltung für den Anschlag, zu dem die Hisbollah sich bekannte, nahm israelische Artillerie Gebiete in Süd-Libanon unter heftigen Beschuss.

Die Hisbollah teilte mit, sie habe mit dem Anschlag unter anderem an die Ermordung des früheren Hisbollah-Chefs Abbas Musawi erinnern wollen. Musawis Fahrzeug war 1992 in Süd-Libanon von israelischen Hubschraubern bombardiert worden.

Bei dem getöteten Soldaten handelt es sich um das zweite israelische Todesopfer an der Nordgrenze seit Abzug der israelischen Truppen aus Süd-Libanon im Mai vergangenen Jahres. Seitdem hat die Hisbollah drei Angriffe im Bereich der Schebaa-Farmen verübt, darunter im vergangenen Oktober die Entführung dreier israelischer Soldaten. Libanon fordert einen israelischen Abzug auch von dem Gebiet der seit 1967 besetzten Schebaa-Farmen. Nach israelischer Darstellung handelt es sich dabei jedoch um syrisches Gebiet, dessen Rückgabe in Friedensgesprächen mit Damaskus geklärt werden müsste.

Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah sagte am Freitag in Nabi Schit in Süd-Libanon, der Friedensprozess im Nahen Osten sei am Ende und der Widerstand gegen Israel bleibe die einzige Wahl. Er beschrieb die israelische Armee als "Armee furchtsamer Ratten". Nasrallah dementierte israelische Vorwürfe, Hisbollah unterstütze die Palästinenser im Gazastreifen technisch bei ihrem Kampf. "Keine ausländische Kraft hilft den Palästinenser, (...) wir wären glücklich, wenn wir das könnten", sagte Nasrallah.

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