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Israelischer Soldat nach Anschlag gestorbenDPA-Datum: 2004-06-28 08:23:26

Jerusalem/Gaza (dpa) - Ein bei einem palästinensischen Attentat im Gazastreifen verletzter israelischer Soldat ist gestorben. Dies berichtete die israelische Zeitung «Haaretz» am frühen Montagmorgen.

Jerusalem/Gaza (dpa) - Ein bei einem palästinensischen Attentat im Gazastreifen verletzter israelischer Soldat ist gestorben. Dies berichtete die israelische Zeitung «Haaretz» am frühen Montagmorgen.

Bei dem Angriff waren fünf Soldaten verletzt worden. Kurz nach dem Anschlag griffen israelische Kampfhubschrauber in der Nacht zum Montag palästinensische Ziele im Gazastreifen an. Nach palästinensischen Angaben feuerten Apache-Helikopter 13 Raketen auf Gaza-Stadt und 3 auf die Ortschaft Chan Junis. Es sei schwerer Sachschaden entstanden. In Gaza-Stadt seien Metallwerkstätten angegriffen worden, die laut Israel zur Waffenproduktion benutzt wurden. Mehrere Gebäude wurden zerstört, berichteten palästinensische Augenzeugen. Über mögliche Opfer wurde nichts bekannt.

Die israelische Armee habe als weitere Gegenmaßnahme die Abriegelung des Gazastreifens angekündigt. Israel habe den Gazastreifen erneut in drei von einander getrennte Zonen eingeteilt, berichtete ein Sprecher der palästinensischen Sicherheitskräfte.

Sowohl die radikal-islamische Hamas-Gruppe als auch die Al-Aksa- Brigaden, der bewaffnete Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat, bekannten sich zu dem Anschlag. Die Explosion ereignete sich an einer wichtigen Kreuzung am Eingang des Siedlungsblocks Gusch Katif. Berichten zufolge hatten die Täter einen Tunnel gegraben, mit rund 150 Kilogramm Sprengstoff gefüllt und ihn unter der Armeestellung zur Explosion gebracht.

Am Abend wurden in Chan Junis im südlichen Gazastreifen mindestens zwei palästinensische Einwohner getötet und drei weitere verletzt, als israelische Panzer das Gebiet unter Beschuss nahmen, sagten Ärzte und Augenzeugen. Nach Angaben der Bewohner hatten israelische Soldaten, die in der jüdischen Siedlung Neveh Dekalim westlich von Chan Junis stationiert sind, plötzlich das Feuer eröffnet.

Nach einer israelischen Großrazzia in Nablus mit neun toten Palästinensern hatten die radikalen Al-Aksa-Brigaden am Sonntag blutige Rache angekündigt. Bei dem Militäreinsatz hatten israelische Soldaten am Vortag unter anderem einen der meist gesuchten Anführer der Palästinensergruppe sowie zwei örtliche Führer der Extremistengruppen Hamas und Islamischer Dschihad getötet. Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte die Großrazzia, bei der seit Donnerstag insgesamt elf Palästinenser starben. Mit seinem Vorgehen sabotiere Israel die Friedensbemühungen der USA und Ägyptens, hieß es in einer Mitteilung.

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