Israels Außenminister Peres zu Gesprächen in Washington
USA wollen aktivere Rolle im Nahen Osten einnehmen

Der amerikanische Außenminister Colin Powell hat nach monatelanger Zurückhaltung eine aktivere Rolle der USA im Nahen Osten angedeutet.

ap WASHINGTON. Nach einem Treffen mit dem israelischen Außenminister Schimon Peres sagte er am Mittwoch in Washington, die Spirale der Gewalt müsse zurückgeschraubt werden. Zu einem Drei-Punkte-Programm zum Abbau der Spannungen sollten Deeskalation, die Ermutigung Israels, Beschränkungen für Palästinenser aufzuheben, und die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen gehören. Peres, auf dessen Programm am Donnerstagnachmittag ein Treffen mit Präsident George W. Bush stand, bezeichnete vor allem den letzten Punkt als sehr schwierig.

Powell sagte, die USA bemühten sich um die Wiederaufnahme eines Dialogs mit den Konfliktparteien im Nahen Osten. Der palästinensische Präsident Jassir Arafat sollte sich gegen eine Strategie von "ein bisschen Terror und ein bisschen Diplomatie" entscheiden, erklärte Peres bei einem Essen des Zentrums für Frieden im Nahen Osten und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Er begrüßte die neue Bereitschaft der USA, eine aktivere Rolle zu übernehmen. "Wir ziehen die USA als Förderer und nicht als Chefunterhändler vor", stellte er klar. Zu den seit sieben Monaten andauernden Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern sagte er: "Man kann nicht eine Politik des Schießens und des Verhandelns haben. Die Palästinenser und wir müssen uns entscheiden." Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon will Friedensverhandlungen nur unter der Bedingung beginnen, dass von den Palästinensern keine Gewalt mehr ausgeht.

Bei seinem Gespräch mit Bush werde es auch darum gehen, wie man ein "wirksames Waffenstillstandsabkommen" erzielen könne, sagte Peres. Weiter erklärte er, bei neuen Verhandlungen könne mit den Palästinensern über alles gesprochen werden, inklusive der Zukunft Jerusalems. Ein Maximalangebot wie das vom früheren Ministerpräsidenten Ehud Barak, dass damals von Arafat abgelehnt wurde, werde es aber nicht mehr geben.

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