Israles Ministerpräsident verliert immer mehr Rückhalt
Baraks Bürochef tritt zurück

Mendel-Schaked : Barak ist inzwischen sein eigener Büroleiter und hat aufgehört, Regierungschef zu sein.

dpa Jerusalem. Israels Ministerpräsident Ehud Barak hat einen neuen politischen Rückschlag erlitten. Am Montag erklärte sein bisheriger Bürochef und langjähriger Vertrauter, Chaim Mendel- Schaked, seinen sofortigen Rücktritt. In der vergangenen Woche hatte sich bereits dessen Stellvertreter, Schimon Batat, aus dem Amt des Regierungschefs zurückgezogen. Beide gaben zunehmende Unzufriedenheit mit der Amtsführung Baraks als Grund für ihre Demission an.

Der Sprecher der oppositionellen Likud-Partei, Dan Naveh, forderte daraufhin am Montag Baraks Rücktritt, weil er als politischer Führer «versagt» habe. Barak lehnte erwartungsgemäß ab und kündigte an, er werde vorläufig keinen Nachfolger für Mendel ernennen, der insgesamt 15 Jahre in verschiedenen Funktionen für den Ministerpräsidenten gearbeitet hatte.

Barak hatte seine engsten Mitarbeiter zuletzt am Samstag schockiert, als er seinen Ministern einen umfassenden Plan für soziale Reformen und die Verabschiedung einer Verfassung vortrug, von dem sein Büro wieder mal nichts wusste. Mendel-Schaked sagte der Tageszeitung «Jedioth Achronoth» am Montag, Barak sei inzwischen sein eigener Büroleiter und habe aufgehört, Regierungschef zu sein. «Das Problem ist, dass Barak das noch nicht erkannt hat», meinte Mendel nach Angaben des Blattes.

Barak, der im Juli 1999 mit einer breiten Koalitionsregierung antrat, um Israel zu reformieren und Frieden mit den Nachbarn zu schaffen, kann sich zur Zeit nur noch auf rund ein Viertel aller Abgeordneten stützen. Zu Beginn seiner Amtszeit zählte die Koalition noch 72 von 120 Knesset-Abgeordneten.

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