Issing: Wachstumsklima verschlechtert: EZB zeichnet düsteres Konjunkturszenario

Issing: Wachstumsklima verschlechtert
EZB zeichnet düsteres Konjunkturszenario

Alle Prognosen seien nach unten zu korrigieren, wenn sich die Abschwächung der Konjunktur in den USA weiter fortsetzte sagte der Chefvolkswirt der EZB Ottmar Issing.

vwd FRANKFURT. Ottmar Issing hat am Donnerstag angedeutet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Prognosen nach unten korrigieren wird, wenn sich die Abschwächung der Konjunktur in den USA weiter fortsetzt. "Alle Prognosen sind zu revidieren", sagte das Direktoriumsmitglied und Chefvolkswirt der EZB. Nicht zu erfahren war, wann eine solche Revision veröffentlicht werden könnte.

Im Dezember hatte die EZB zum ersten Mal ihre offiziellen makroökonomischen Projektionen veröffentlicht. Die nächste Studie steht im Juni an. Im Dezember hatte die EZB erklärt, für das laufende Jahr eine Inflationsrate von 1,8 bis 2,8 Prozent zu erwarten. Das Wachstum beim realen Bruttoinlandsprodukt wird zwischen 2,5 und 3,5 Prozent gesehen.

Die Aussichten für die internationale Wirtschaftsentwicklung hätten sich verdüstert, sagte Issing weiter. Die Weltwirtschaft, insbesondere in den USA und Japan befinde sich in einer "signifikant schlechten Situation". All dies zusammen bedeute, dass die Projektionen nach unten korrigiert werden müssten. Sollte sich die US-Konjunktur weiter verschlechtern, werde dies auch Auswirkungen auf die Euro-Zone haben, machte Issing deutlich. Er stellte jedoch heraus, dass hauptsächlich Binnenfaktoren die Hauptantriebskräfte für das Wachstum in der Euro-Zone seien.

Sollte sich das Wachstum in der Euro-Zone auf zwei bis 2,5 Prozent verlangsamen, sei dies auch keine schlechte Nachricht. Dies sei eine robuste Zielspanne, betone der EZB-Chefvolkwirt.

Issing wiederholte die Forderung an die Regierungen, durch Reformen mehr Arbeitsplätze in der Euro-Zone zu schaffen. Die Arbeitslosigkeit sei viel zu hoch, sagte er und plädierte für eine Strukturreform des Arbeitsmarktes. Mit Blick auf die Inflationsindikatoren sagte er, die Zahlen würden vor allem durch die Energie- und Nahrungsmittelpreise hoch gehalten. Die Inflation wird seiner Ansicht nach jedoch zurückgehen - wenn nicht noch eine weitere Krise nach BSE hinzukommt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%