Ist die Technik zu langsam und zu teuer?
Powerline - Internet aus der Steckdose

Internet aus der Steckdose scheint langsam Formen anzunehmen. Nach den jahrelangen vollmundigen Ankündigungen der Energiekonzerne, scheint jetzt langsam Bewegung in die Powerline-Szene zu kommen.

no DÜSSELDORF. RWE-Powerline und die Mannheimer MVV wollen am 1. Juli mit ihrem Angebot starten, das eine Bandbreite von 2 Megabit pro Sekunde verspricht. Die Zeit drängt, darin sind sich die Energieversorger einig. Wenn Powerline nicht schnell kommt, wird sich die Technik überholt haben.

In den Industrieländern gebe es mit Breitbandkabel, DSL und Funkdiensten mittlerweile genügend Alternativen, die auf lange Sicht leistungsfähiger und wirtschaftlicher seien, sagt der Geschäftsführer der Berliner Conaxion GmbH, Frank Brandt. "Ich glaube, Powerline als Zugangstechnologie wird sich in Deutschland kaum durchsetzen." Das 1999 gegründete Berliner Unternehmen berät vor allem ausländische Firmen bei der Einführung der Powerline-Technologie und hat eigene Prototypen hergestellt.

Theoretisch hält Brandt eine Geschwindigkeit von 2 Megabit für möglich, das sind fast drei Mal so viel wie mit der jetzigen DSL-Technik. Benutzen aber mehrere Anwender die Stromleitung, sinkt die Geschwindigkeit. Dann könnte sich am Ende herausstellen, dass die Technologie zu langsam und dafür dann zu teuer sei, sagt Brandt. "Die Anbieter müssen die Wirtschaftlichkeit erst einmal beweisen."

Über die Steckdose können die Powerline-Anbieter das Monopol der Telekom auf die Telefonbuchse umgehen. Nach einer am 30. März vom Bundesrat beschlossenen Frequenzverordnung müssen sie dabei aber streng festgelegte Grenzwerte für Störstrahlungen einhalten. Bei einer Massennutzung befürchten Kritiker, dass Funkstörungen etwa beim Polizeifunk auftreten könnten. Eine Prozesswelle könnte folgen, sagt Brandt.

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