Istaf ist die Achillesferse der neuen Bewerbung
Verrat aus dem eigenen Lager

Am 5. Dezember treffen sich in Helsinki die wichtigsten Entscheider der Leichtathletik. Die 28 Mitglieder des Councils des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) kommen zu einer besonderen Wahl zusammen, und wenn sie heute schon eine Probeabstimmung machen sollten, dann käme wahrscheinlich dieses Ergebnis heraus: Berlin darf die Weltmeisterschaft 2009 austragen.

BERLIN. Ein Vorteil Berlins ist, dass die Bewerbung einen sehr wichtigen Fürsprecher hat. Der Tübinger Professor Helmut Digel ist Vizepräsident der IAAF und hat seinen Kollegen im Council schon einmal die Pluspunkte Berlins nahe gebracht: "Die Bewerbung lebt von dem besten Stadion, das die Leichtathletik im Moment in der Welt hat, und Deutschland ist der interessanteste Leichtathletikmarkt der Welt." Was kann also noch schief gehen?

Die Berliner haben ihre Erfahrungen mit unvorhergesehenen Ereignissen. Schon einmal galt die deutsche Hauptstadt als hoher Favorit. Das war vor zwei Jahren, als in Nairobi die WM 2005 vergeben wurde. "Auch in Nairobi war Berlin die kompetenteste Bewerbung", sagt Digel. Doch mitten in die Sitzung des IAAF-Councils flatterte damals ein Fax, das die Fähigkeiten der deutschen Ausrichter arg in Zweifel zog. Abgeschickt worden war das Fax aus der Geschäftsstelle des Berliner Leichtathletik-Meetings Istaf. Ein Verrat aus dem eigenen Lager. Bis heute ist der Absender nicht bekannt. Zwei Tage vor der Entscheidung meldete das Istaf Insolvenz an. Christoph Kopp, der Präsident des Berliner Leichtathletik-Verbandes, sagte: "Dümmer hätte es für die Bewerbung nicht laufen können." Die WM wurde nach Helsinki vergeben.

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