IT-Berater erwartet schärferen Wettbewerb im kommenden Geschäftsjahr
Mummert verzichtet auf Börsengang

Going Public im Jahre 2002 ist bei Mummert + Partner vorerst kein Thema mehr. Dem Börsengang stehen vor allem die sinkenden Ertragsaussichten im Weg. Auch beim Personal tritt der Vorstand derzeit auf die Bremse. Trotz der geringeren Prognosen sieht sich der IT-Berater für die wachsende Konkurrenz gerüstet.

FRANKFURT/M. Die auf IT-Projekte spezialisierte Unternehmensberatung Mummert+Partner hat ihre Pläne für einen Börsengang im kommenden Jahr endgültig aufgegeben. "Wir erwarten, dass sich wegen der wirtschaftlichen Lage der Wettbewerb für Beratungsdienstleistungen im kommenden Jahr noch verschärfen", sagte Wilhelm Alms, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Unternehmensberatung im Gespräch mit dem Handelsblatt. Demnach wird der geplante Börsengang "nicht vor dem Jahr 2003 stattfinden".

Einem schnellen Börsengang stehen vor allen Dingen die sinkenden Ertragsaussichten im Weg. Denn der Sparkurs vieler Unternehmen lässt den Umsatzanteil von lukrativem Zwischenhandel mit Hard- und Software bei den IT-Beratern sinken, während personalintensive Beratung sowie aufwändige Entwicklung von individueller Software und Systemintegration zunimmt. So wird Mummert+ Partner in diesem Jahr zwar mit einem Plus von 12 % und 14 % die gesteckten Umsatzziele von rund 210 Mill Euro erreichen, aber der Gewinn bleibt hinter den ursprünglichen Zielen zurück. "Wir haben sowohl unter der Entwicklung an den Finanzmärkten als auch der konjunkturelle Schwäche gelitten", räumt Alms ein.

Mehr als die Hälfte der Kunden von Mummert+Partner sind Banken und Finanzdienstleister. Doch selbst im vormals ausgabefreudigen Finanzgewerbe sitzt das Geld inzwischen nicht mehr locker und tausende von Arbeitsplätzen werden abgebaut. "Sämtliche IT-Projekte die nicht für die unmittelbare Geschäftsfähigkeit der Unternehmen unerlässlich sind, werden zur Zeit nicht realisiert", beurteilt Marktforscher Thomas Lünendonk die Situation. Alle anderen Verträge mit IT-Beratern würden kurzerhand "um mehrere Monate gestreckt".

Trotz der geringeren Wachstumsprognosen der IT-Industrie sieht Alms die eigenen Beratungsgesellschaft für den bevorstehenden schärferen Wettbewerb gut gerüstet. "Denn Mummert+Partner versteht sich nicht als Strategieberater", betont Alms. "Unser Geschäft ist die konkrete Umsetzung von Projekten mit Hilfe der Informationstechnologie". Auch beim Personal tritt der IT-Berater derzeit auf die Bremse. Statt um rund 100 Mitarbeiter aufzustocken, werde man bis Anfang 2002 bei der jetzigen Personalstärke von rund 1400 bleiben. "Wir gehen davon aus, dass sich das Wachstum der IT-Beratung von rund 15 % in diesem Jahr in 2002 Jahr auf deutlich unter 10 % sinken wird", prognostiziert Alms. Insgesamt bezifferten Marktforscher den deutschen Markt für IT-Beratung und Systemintegration im vergangenen Jahr auf rund 17 Mrd. DM. Den dann zunehmenden Wettbewerb wird nach Einschätzung von Alms "eine ganze Reihe von Unternehmen nicht überleben". Bereits in den nächsten Monaten werde deshalb die Zahl der Übernahmen in der Branche steigen.

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