IT-Dienstleister will mit Outsourcing und kleineren Projekten das Wachstum absichern: Ploenzke fischt nach Kleinaufträgen

IT-Dienstleister will mit Outsourcing und kleineren Projekten das Wachstum absichern
Ploenzke fischt nach Kleinaufträgen

In IT investieren Unternehmen derzeit nur, wenn kurzfristig eine Rendite winkt. Der eigentlich auf Großaufträge spezialisierte IT-Dienstleister CSC Ploenzke will mit Outsourcing-Aufträgen und Kleinprojekten wachsen.

HB WIESBADEN. Die für Informationstechnologie (IT) zuständigen Topmanager achten angesichts der schwachen Wirtschaft immer stärker auf den Erfolg und die Rentabilität ihrer IT-Ausgaben. "Das aktuelle Thema heißt 'back to basics'", erklärt Peter Strabel, Vorstandsvorsitzender der CSC Ploenzke AG, Kiedrich, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Strabel verwies auf eine von der Ploenzke-Mutter Computer Sciences Corp. (CSC) und der Gartner-Group durchgeführte Umfrage unter rund 1 000 Top-Managern in 31 Ländern. Danach sind IT-Entscheider zurzeit vor allem daran interessiert, ihre bestehenden Systeme zu optimieren und die IT-Landschaft effizienter zu gestalten. Noch vor einem Jahr hatte die elektronische Vernetzung mit Kunden, Lieferanten und Partnern die Rangliste angeführt.

"Die Kunden wollen bereits nach zwei Jahren einen Ertrag aus ihren IT-Investitionen sehen", berichtet Strabel. Um den Nutzen der Informationstechnologie für das Unternehmen besser messen zu können, würden viele Unternehmen zurzeit in entsprechende Kontroll-Werkzeuge investieren.

Experten erwarten, dass die IT-Budgets im kommenden Jahr nur noch moderat zunehmen werden. Die Analysten von Helaba Trust sehen den europäischen Software-Markt um 6,5 % wachsen. Friederike Herkommer von der Hypovereinsbank erwartet ein Plus von maximal 5 %. "Die großen Deals werden gesplittet in kleinere Projekte, die schneller durchgeführt werden können", erklärte die Expertin.

Outsourcing-Umsatzanteil soll gesteigert werden

Das spürt auch Ploenzke, als größter deutscher IT-Dienstleister eher auf Großprojekte ausgerichet. Im vergangenen Jahr wurden die Planungen, die ein Umsatzplus von 13 % auf rund 810 Mill. ? vorsahen, knapp verfehlt. "Wir haben zwar im ersten Halbjahr um 18 % zugelegt, dieses Wachstum in der zweiten Jahreshälfte aber definitiv nicht halten können", sagte Strabel. Dagegen werde das Ergebnis wie geplant deutlich steigen. Um den Umsatz auch in den momentan schwierigen Zeiten zu steigern, will Ploenzke deshalb künftig auch kleinere Aufträge annehmen. "Wir fokussieren uns zwar weiterhin auf die großen Deals. Aber mit den kleineren Projekten bei unseren langjährigen Kunden sorgen wir auch für eine kontinuierliche Auslastung unserer Mitarbeiter", so der Ploenzke-Chef.

Um auch künftig das Wachstum von Ploenzke zu sichern, setzt Strabel auf das Outsourcing-Geschäft, das vom Betrieb der Rechenzentren bis hin zur kompletten IT-Betreuung von Unternehmen reicht. "Wir wollen den Outsourcing-Anteil am Umsatz von 20 % in den kommenden 4 Jahren auf 40 % steigern", sagte Strabel. Immer mehr Unternehmen in Deutschland würden erkennen, dass es oft billiger kommt, große Teile der Informationstechnologie von spezialisierten Anbietern als Dienstleistung einzukaufen.

Langfristig gehe der Trend im E-Business jedoch zu größeren Projekten. Allerdings würden die Entscheidungen über solche Investitionen angesichts der aktuellen Konjunkturlage nur sehr zögerlich gefällt. "Die Vorlaufzeiten für neue Großprojekte haben sich erheblich verlängert", sagte Strabel. Den Ergebnissen der CSC-Umfrage zu Folge haben europäische Firmen zudem bereits erheblich mehr von ihren geplanten E-Business-Projekten umgesetzt als US-Unternehmen. "Europäische Manager bewerten den Nutzen von E-Business deutlich höher als ihre amerikanischen Kollegen", betont Strabel.

Zudem will Ploenzke im kommenden Jahr den Markt auf mögliche Akquisitionen prüfen. "Das ist in dem aktuellen Umfeld allerdings sehr schwierig", sagte Strabel. Doch gehe er davon aus, dass Ploenzke auf Kosten der Wettbewerber wachsen wird.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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