Italien und Japan im Ausrüsterduell
Auf den Angriff nicht vorbereitet

Wie bei fast jeder professionell ausgeübten Sportart ist auch im Radsport das Material des Athleten heutzutage ein existentieller Faktor. Die Rennausrüster Campagnolo und Shimano liefern sich einen Zweikampf bei der Tour de France.
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DÜSSELDORF. Steigt Lance Armstrong mit dem sechsten Toursieg endgültig zur Radsportlegende auf? Schafft es der deutsche Hoffnungsträger Jan Ullrich noch aufs Treppchen? Vielleicht sogar gemeinsam mits einem Teamkameraden Andreas Klöden? Während die Fans des schwersten Etappenrennens der Welt um ihre Helden bangen, schaut die Radbranche auf den technischen Klassiker: Wer siegt in der Wertung "Arbeitsgeräte der Champions"? Der Goliath, Japans Marktführer Shimano, oder David, Italiens Traditionsunternehmen Campagnolo? Im Wettkampf um die leichtesten und leistungsstärksten Komponenten liefern sich die beiden Ausrüster immer wieder ein Duell.

Jahrelang dominierte die unter Radsportfreunden als Campa bekannte italienische Edelschmiede die Rennradszene. Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Induráin und Bjarne Riis schalteten und bremsten bei ihren Tour-Siegen mit Campa. Jeder Hobbyfahrer, der etwas auf sich hielt, strebte nach einem Rad mit Campas legendären Record-Komponenten. So hat auch der Edeka-Aufsichtsratschef und Amateur-Radsportler Jörg Hieber seinen Bianchi-Renner mit Campagnolo-Teilen ausgerüstet. "Der Name hat einfach den besseren Klang", schwärmt der 66-Jährige. "Außerdem kann ich bei Campa problemlos Einzelteile nachbestellen, was bei Shimano nicht so leicht geht."

Die Helden der Tour 2004 aber fahren Shimano: 10 der 21 Teams sind mit japanischen Bremsen und Schaltungen unterwegs, darunter die beiden Topfavoriten Armstrong (US Postal) und Ullrich (T-Mobile). Armstrong wurde 1993 in Oslo mit Shimano Profi-Straßenweltmeister und erkämpfte mit den japanischen Dura-Ace-Komponenten alle seine fünf Siege auf der Tour. Ullrich startete seine internationale Karriere ebenfalls 1993 als Amateur-Straßenweltmeister auf Shimano und wechselte nach einer Campagnolo-Phase in diesem Jahr zurück zur japanischen Marke.

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