Italienischer Star-Designer mag keine amerikanischen Frauen
Ettore Sottsass: „Luxus ist, mit nichts auszukommen“

Das Handelsblatt im Gespräch mit dem italienischen Star-Designer Ettore Sottsass.

Wie würden Sie Ihren persönlichen Stil beschreiben?

Ich bin egozentrisch - wie alle Künstler. Aber zugleich auch sehr melancholisch, mit einem ausgeprägten Sinn für Zerbrechlichkeit.

Welchen Stil bevorzugen Sie bei Frauen?

Ich mag Frauen, die um ihre eigene Zartheit und Zerbrechlichkeit wissen.

Was empfinden Sie als stillos?

Wenn Menschen diese Zerbrechlichkeit nicht kennen. Deshalb mag ich zum Beispiel im Allgemeinen keine amerikanischen Frauen. Sie sind sehr anmaßend, aggressiv und in gewisser Weise auch bitter und egoistisch - so wirken sie jedenfalls auf mich. Das Gegenteil wäre ein Mädchen aus Äthiopien: dünn, staunend über das Leben und sehr zart und poetisch.

Was darf auf keinen Fall fehlen, wenn Sie auf Reisen gehen?

Hm - ich möchte nicht krank werden.

Auf welches Markenprodukt möchten Sie nicht mehr verzichten?

Markenprodukt? Ich wüsste keine Antwort auf diese Frage - außer vielleicht: gutes Essen.

Welchen Teil Ihrer Zeitung lesen Sie zuerst?

Die politischen Seiten. Und nie lese ich den Wirtschaftsteil, weil ich nichts davon verstehe. Ich weiß, was ein Ziegel ist und Zement und Holz, aber ich weiß nicht, was Geld ist. Deshalb habe ich zu meiner Sekretärin gesagt: Erzähl mir nicht, was ich einnehme und ausgebe, ich will es nicht wissen. Sag mir, wenn es Probleme gibt, und ich werde die Sache managen.

Was bedeutet Luxus für Sie?

Die Fähigkeit, mit so gut wie nichts auszukommen.

Was machen Sie am liebsten, wenn Sie nicht arbeiten?

Mein Beruf ist mein Leben. Ich glaube, Architekt zu sein ist mein Schicksal. Eine Anekdote sagt, dass mein Vater - er war ebenfalls Architekt - mir gleich nach meiner Geburt einen Bleistift in die Hand gedrückt hat. Ich habe ihn nie wieder weggegeben.

Die Fragen stellte Elke Trappschuh.

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