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Italiens U21 triumphiert - Lob für Organisation

Bochum (dpa) - Sportlich im Minus, finanziell im Soll. Als Italiens Nachwuchs für südländische Festtags-Stimmung sorgte, standen die Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nur in der zweiten Reihe.

Bochum (dpa) - Sportlich im Minus, finanziell im Soll. Als Italiens Nachwuchs für südländische Festtags-Stimmung sorgte, standen die Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nur in der zweiten Reihe.

Nach dem 3:0 (1:0)-Erfolg über Serbien-Montenegro im Finale bei der Europameisterschaft der U 21-Junioren in Deutschland verwandelten die «Azzuri» das Bochumer Ruhrstadion in einen farbenfrohen Hexenkessel und zeigte den Gastgebern vor 20 092 Zuschauern, was sie verpasst hatten. «Die Augen tränen, wenn wir sehen, was alles möglich gewesen wäre, wenn Deutschland das Finale erreicht hätte», gestand DFB-Turnier-Direktor Bernd Barutta wehmütig.

Obwohl das deutsche Nachwuchs-Team von Trainer Ulli Stielike bereits in der Gruppenphase ausschied und die werbeträchtige Chance verpasste, das Image im eigenen Land zu verbessern, konnte der DFB zumindest in organisatorischer und finanzieller Hinsicht ein positives Fazit ziehen. «Wir befinden uns im grünen Bereich», sagte Barutta. Das Plan-Soll von insgesamt 80 000 zahlenden Zuschauern sei im Turnierverlauf um etwa 15 Prozent übertroffen worden, der Etat von 2,56 Millionen Euro wurde gedeckt.

«Hätten wir mehr Gewinn erzielt, wären die Zuschüsse der UEFA geringer ausgefallen», meinte Barutta. Im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland habe es vom Ausrichter UEFA viel Lob für die Organisation der Generalprobe gegeben. Bei den insgesamt 16 Turnierspielen, die vom 27. Mai bis 8. Juni in Bochum, Oberhausen, Mainz und Mannheim ausgetragen wurden, sei alles reibungslos verlaufen.

Das nahezu ausverkaufte Ruhrstadion beim Finale entschädigte Gastgeber und Ausrichter für zuvor enttäuschende Zuschauer-Zahlen. Nur 3300 Besucher fanden zuvor im Schnitt den Weg zu den Partien ohne deutsche Beteilung. Inspiriert von der guten Stimmung setzte sich Italien als verdienter Sieger durch. Daniele de Rossi (31. Minute), Cesare Bovo (84.) und Alberto Gilardino (86.) erzielten die Tore für den Rekord-Titelträger, der sich nach 1992, 1994, 1996 und 2000 zum fünften Mal die Trophäe sicherte.

«Für den italienischen Jugendfußball ist das ein Riesenerfolg», meinte Trainer Claudio Gentile. Der Weltmeister von 1982 wünscht sich, dass künftig mehr Talente in der Serie A zum Einsatz kommen. Bisher war nur Gilardino der große Wurf gelungen. Der Stürmer, der diese Saison für den AC Parma 23 Tore erzielte und Platz zwei in der italienischen Torschützenliste belegte, trumpfte auch im Finale groß auf, wurde aber vom A-Nationalcoach Giovanni Trapattoni zum Ärger Gentiles nicht für die EM in Portugal berücksichtigt. «Er hätte es verdient», sagte Gentile. Trapattoni nominierte stattdessen den 21-jährigen Antonio Cassano vom AS Rom.

Den dritten europäischen Startplatz für Olympia erreichte Portugal mit einem 3:2-Erfolg im Spiel um Platz drei gegen Schweden. Erst in der Verlängerung gelang Carlitos vor nur 500 Zuschauern in Oberhausen der Siegtreffer für die Portugiesen, die in den Gruppenspielen mit einem 2:1-Sieg für das Turnier-Aus der DFB-Auswahl gesorgt hatten.

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