IVW-Verfahren ist teuer
Web.de setzt auf neues Zählverfahren

Web.de verabschiedet sich nach nur einer einjährigen Mitgliedschaft von der IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern).

DÜSSELDORF. Die IVW ermittelt, wie oft ein Online-Angebot besucht wird und wie viele Seiten abgerufen werden ("Visits" und "Page Impressions"). Doch diese Daten reichen Web.de nicht aus. Matthias Ehrlich von der Web.de-Geschäftsleitung kritisiert, dass aus der IVW-Zählung weder Informationen zur Reichweite (die statistische Nutzungswahrscheinlichkeit) noch über die Nutzergruppen lieferten. Beides sei aber für eine vernünftige Media-Planung der Werbekunden notwendig.

Dem neuen IVW-Messverfahren auf Basis des Skalierbaren Zentralen Messverfahrens (SZM), das mit einem neuen Zählpixel-Cookie arbeitet, stuft Web.de im Hinblick auf den Schutz der Nutzerdaten als problematisch ein. "Die Datensicherheit für unsere Nutzer ist uns wichtig", erläuterte Elias.

Bei dem Zählpixel-Cookie handelt es sich nach Informationen von IVW-Geschäftsführer Michael Schallmeyer lediglich um eine harmlose temporäre Datei, die lokal auf dem Rechner der surfenden Person abgelegt wird und nach Beendigung des Besuches wieder gelöscht wird. "Dies entspricht den aktuellen Datenschutzbestimmungen", so Schallmeyer. Im Gegensatz zu normalen Cookies speicherten die Zählpixel-Cookies keine zusätzlichen Nutzer-Informationen.

Web.de befindet sich dabei in guter Gesellschaft. Die wichtigsten Wettbewerber T-Online, Yahoo und Lycos sind ebenfalls keine IVW-Mitglieder. "Daher kann die IVW-Messung nicht als repräsentativ angesehen werden", erklärte Web.de-Sprecherin Nadja Elias.

Stattdessen setzt Web.de nun auf die Daten der type="unknownISIN" value="? Arbeitsgemeinschaft Internet Research eV">Arbeitsgemeinschaft Internet Research e.V. (AGIREV). Durch eine persönlichen Befragung von 1300 Personen im Alter von 14- bis 69 Jahren in Deutschland liefert der Online-Reichweiten-Monitor (ORM) der AGIREV Daten, die weit über das reine Klick-Zählen hinaus gehen. "Wir wollen ORM zum neuen Standard der Mediaplanung werden lassen", so Elias.

Irritiert zeigte sich IVW-Geschäftsführer Schallmeyer über Begründung der Web.de-Kündigung. "Wir können die Argumente von Web.de kaum nachvollziehen. Schließlich wusste Web.de bereits zu Beginn der Mitgliedschaft, wie und was wir messen." Zudem befinden sich die IVW seit längerem in einer Neuorganisation. "Dabei diskutieren wir rege mit unseren Mitgliedern wie neue Messgrößen im Onlinebereich definiert werden können. Doch Web.de hatte sich dabei nicht zu Wort gemeldet."

Eine mögliche Ursache für die Kündigung der IVW-Mitgliedschaft, die erst seit April 2001 bestand, könnten die Kosten sein. Aufgeteilt nach einer bestimmten Beitragsstaffel, die von der Anzahl der Visits abhängig ist, entstehen Web.de Kosten von jährlich knapp 100.000 Euro. Viel Geld für Zahlen "die wir auch selbst generieren könnten", so Elias. type="person" value="? Elias, Nadja" />

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