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IW: Arbeitslose werden mit Samthandschuhen angefasst

Arbeitslose werden nach Einschätzung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft von den Arbeitsämtern mit Samthandschuhen angefasst, wenn sie angebotene Stellen verweigern.

ap KÖLN. Das Institut erklärte am Mittwoch in Köln, nur 0,6 Prozent aller Arbeitslosen sei aus diesem Grund vorübergehend die Unterstützung gestrichen worden. In der Schweiz liege die Quote dagegen bei über 13 Prozent. Auch in den Norwegen, Kanada, USA und Großbritannien sei sie deutlich höher.

Dies liege weniger daran, dass hiesige Arbeitslose engagierter seien. Vielmehr würden ihre Bemühungen um eine neue Arbeitsstelle weniger kontrolliert, urteilten die Wirtschaftswissenschaftler. Hinzu komme: Eine Verfehlung müsse gerichtsfest zu belegen sein. In den USA funktioniere die Beweislast umgekehrt, berichtete das Institut.

Arbeitslose müssten jede Woche zwei Bewerbungen vorlegen. Franzosen hätten dem Arbeitsamt alle vier Monate ihre Suchergebnisse zu präsentieren. In der Schweiz werde sogar die Ernsthaftigkeit der Bewerbungsversuche überprüft. Und auch die Zumutbarkeitsregeln seien in anderen Ländern schärfer. Erwerbslose müssten im Gegensatz zur deutschen Regelung auch Jobs akzeptieren, die ihnen Lohneinbußen von mehr als 20 Prozent bescherten. In Norwegen gehöre selbst ein Umzug für eine neue Stelle zur Pflicht.

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