IW: Immer mehr Niedrigverdiener klettern auf der Einkommensleiter nach oben
Aufstieg in höhere Lohngruppen ist für Arbeitnehmer leichter geworden

wmu DÜSSELDORF. Die Lohnmobilität der Arbeitnehmer in Westdeutschland hat im Verlauf der 90-er Jahre zugenommen. Immer mehr Niedrigverdiener schaffen es also, auf der Einkommensleiter nach oben zu klettern. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor, die auf Zahlen des sozio-ökonomischen Panels (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) beruht.

Demnach sind im Zeitraum von 1990 bis 1996 35 % der abhängig Beschäftigten im untersten Einkommensfünftel und 43,1 % der Beschäftigten in der zweitniedrigsten Einkommensklasse aufgestiegen. Zwischen 1984 und 1990 waren es nur 32 % bzw. 27 %.

Nach Ansicht der Autoren der Studie, Bruno Kaltenborn und Hans-Peter Klös, zeigen diese Zahlen, dass für gering Qualifizierte die Annahme eines schlecht bezahlten Jobs nicht automatisch in die finanzielle Sackgasse führt. Für die IW-Ökonomen ist dies ein wertvoller Hinweis für die Debatte um die staatliche Förderung des Niedriglohnsektors.

Solche Kombilohnmodelle werden nur dann für Erfolg versprechend gehalten, wenn der Einstieg in eine niedriger bezahlte Beschäftigung berechtigte Hoffnungen auf einen Aufstieg in der Lohnskala macht. Die SOEP-Zahlen sprechen nach dem Urteil des IW eine "deutliche Sprache": Sie ließen vermuten, dass mit der Förderung des Niedriglohnsektors die Aufstiegsmöglichkeiten in höhere Verdienstregionen nicht verbaut würden.

Aus der Untersuchung geht außerdem hervor, dass die Chance auf mehr Lohn und Gehalt inzwischen nicht mehr allein eine Frage der formalen Qualifikation zu sein scheint. Unqualifizierte steigen demnach inzwischen genauso häufig aus dem unteren Einkommensfünftel auf wie Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung.

Im oberen Einkommenssegment ist die Lohnmobilität nicht ganz so groß. In beiden betrachteten Zeiträumen rutschten jeweils rund 22 % der Beschäftigten aus dem oberen Einkommensfünftel heraus.

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