IWC-Jahreskonferenz nimmt deutsche Resolution an
Norwegen soll auf Walfang und Export von Walprodukten verzichten

Die Internationale Walfangkommission (IWC) hat Norwegen aufgefordert, auf den Export von Walprodukten zu verzichten und auch die kommerzielle Jagd auf die Meeressäuger wieder einzustellen. Auf ihrer Jahrestagung in London nahm die Kommission einen entsprechenden Antrag der Bundesregierung mit 21 zu 15 Stimmen bei einer Enthaltung an.

ap LONDON. Die Resolution wurde von Österreich, Italien, Neuseeland, Großbritannien und den USA unterstützt. Norwegen ist neben Japan derzeit das einzige Land, das Walfang betreibt.

Der norwegische Delegationschef Odd Gunnar Skagestad sagte, die Resolution missachte die Rechte Norwegens. Er sprach von einem "äußerst überraschenden und unannehmbaren" Schritt. Seit 1986 gilt ein internationales Verbot des kommerziellen Walfangs. Norwegen hat dagegen einen rechtlichen Vorbehalt zu Protokoll gegeben, der ihm nach internationalem Recht die Fortsetzung der Waljagd erlaubt. In diesem Rahmen hat Oslo seit 1993 den kommerziellen Fang wieder aufgenommen. Japan betreibt seit einigen Jahren wieder Walfang aus angeblich kommerziellen Gründen. Beide Länder wollen das weltweite Walfangverbot wieder aufheben.

Norwegen genießt außerdem eine Sondergenehmigung zum Export von Walprodukten. Zwar hat Oslo bislang freiwillig auf den Export von Walprodukten verzichtet und keine neuen Genehmigungen mehr erteilt, will dies aber offenbar ab Januar wieder tun. Gegen dieses Vorhaben richtet sich die von Deutschland eingebrachte Resolution.

Unterdessen will die Bundesregierung Island davon überzeugen, dass Wal-Tourismus einträglicher als Walfang sei. "Für uns ist das Thema Walfangmoratorium nach der Konferenz in London nicht beendet", sagte Verbraucherschutzministerin Renate Künast am Mittwoch in Berlin. Man stehe in Kontakt mit Island, wie man die Zahl der Wale erhalten könne. Island gehört ebenfalls zu den Befürwortern des Walfangs, trat aber aus der IWC aus. Ein Wiederaufnahmeantrag der Regierung in Reykjavik wurde am Montag von der Konferenz abgelehnt.

Japan ist auf der Konferenz in Verdacht geraten, die Stimmen ärmerer Länder mit Entwicklungshilfezusagen zu "kaufen". Dazu sagte Künast, es gebe zwar keine "tatsachengestützten Hinweise", dass Japan Stimmen anderer Länder kaufe, um das bestehende Walfangverbot aufzuheben. Dennoch sei die Äußerung des Leiters der japanischen Fischereibehörde, Masayuki Komatsu, bedenklich. Dieser hatte in einem Interview erklärt, dass Japan den IWC-Mitgliedern Entwicklungshilfe in Aussicht gestellt habe, wenn sie die japanische Position unterstützten.

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