Archiv
IWF-Chef: Erwarte keine Rezession in Europa

Die US-Wirtschaft wird sich nach Einschätzung von IWF-Chef Horst Köhler spätestens im zweiten Quartal 2002 wieder erholen. "In den Vereinigten Staaten werden wir spätestens im zweiten Quartal nächsten Jahres eine Erholung sehen", sagte Köhler am Mittwoch in Helsinki.

Reuters HELSINKI. Die US-Wirtschaft werde sich bis spätestens im zweiten Quartal 2002 wieder erholen. Japan werde dagegen eine Rezession erleben. Der IWF wird Köhler zufolge demnächst seine Wachstumsvorhersagen wegen der Anschläge in den USA vom 11. September abermals revidieren. Ende September hatte der IWF seine Prognose für das Weltwirtschaftswachstum für 2001 auf 2,6 % und auf 3,5 % für 2002 gesenkt und dabei die Folgen der Anschläge noch nicht berücksichtigt.

Die wirtschaftliche Erholung in Europa wird nach Einschätzung von IWF-Chef Horst Köhler im ersten Halbjahr 2002 beginnen. "Ich glaube, wir müssen mit einer stärkeren Abkühlung rechnen", sagte Köhler. In seinem Ende September veröffentlichten halbjährlichen Weltwirtschaftsausblick hatte der IWF ein Wachstum für die Euro-Zone von 1,8 % in diesem Jahr und 2,2 % für 2002 prognostiziert. Auch für die USA erwartet Köhler einen Aufschwung Mitte kommenden Jahres. "In den Vereinigten Staaten werden wir spätestens im zweiten Quartal nächsten Jahres eine Erholung sehen", sagte Köhler. In seinem Wirtschaftsausblick war der IWF von einem Wachstum in den USA von 1,3 % für 2001 und 2,2 % für 2002 ausgegangen.

In Japan wird Köhler zufolge dagegen in diesem Jahr zum vierten Mal innerhalb von zehn Jahren die Wirtschaftsleistung schrumpfen. "Wir müssen sehen, dass es in Japan eine Rezession in Höhe von möglicherweise einem halben bis einem Prozentpunkt in diesem Jahr geben wird", sagte Köhler. Bereits in seinem Bericht hatte der IWF für Japans Wirtschaft einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 % in diesem Jahr und ein Wachstum von nur 0,2 % im kommenden Jahr prognostiziert. Der IWF-Chef äußerte Vertrauen in das Reformprogramm der japanischen Regierung. "Es gibt keine schnelle Lösung, aber es scheint so, als sei Ministerpräsident Junichiro Koizumi entschieden, sich der Notwendigkeit überzeugender Strukturreformen zu stellen, und ich glaube, das wird Vertrauen schaffen", sagte Köhler.

Der IWF-Chef kündigte eine Revision der Wachstumsprognosen des Währungsfonds in den kommenden Wochen an. Der IWF hat wie viele andere Wirtschaftsforscher seine Schätzungen des Wachstums in diesem Jahr damit mehrmals revidiert. Nach dem weltweiten BIP-Zuwachs von 4,7 % im vergangenen Jahr hatte der Fonds im April für 2001 noch 3,2 % prognostiziert und die Vorhersage Ende September auf 2,6 % reduziert. "Dies war die Prognose vor dem 11. September. Es wird eine Revision der Prognosen in den kommenden Wochen geben, die auf wirklich sicheren Informationen und Indikatoren beruhen wird, und die die Reaktionen der Verbraucher und Investoren nach den Anschlägen berücksichtigen wird", sagte Köhler. Zurzeit sei es voreilig, Zahlen zu nennen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%