IWF-Chef Horst Köhler gerät unter Druck

Archiv
IWF-Chef Horst Köhler gerät unter Druck

Anderthalb Jahre nach seinem Amtsantritt gerät der geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) Horst Köhler nach einem Pressebericht unter Druck. Auslöser sei das IWF-Krisenmanagement in Argentinien, an dem auch organisationsintern immer lauter Kritik geübt werde, schrieb die "Berliner Zeitung" (Montagausgabe).

dpa-afx BERLIN. Wie erst jetzt bekannt geworden sei, sei der angesehene Nationalökonom und langjährige IWF-Chefvolkswirt, Michael Mussa, im Sommer aus Verärgerung über die Freigabe einer weiteren Kredittranche für Buenos Aires zurückgetreten. Diese Entscheidung nenne Mussa nun "die schlimmste, die der Währungsfonds je getroffen hat". Einige Experten, selbst innerhalb des Fonds, bemängelten, dass die fiskalische Disziplin, die der IWF seinen Mitgliedern als Preis für die großzügige Kreditvergabe aufzwinge, die Abwärtsspirale in Argentinien beschleunigt habe.

"Die Rezession wird auf Grund unserer Politik länger dauern und tiefer sein, als wenn wir den Geldhahn ein halbes Jahr früher abgedreht hätten", zitierte die Zeitung einen hochrangigen IWF-Manager. Köhler habe "noch im Sommer gutes Geld dem schlechten hinterhergeworfen", obgleich dem inzwischen zurückgetretenen Präsidenten Fernando de la Rua "schon damals das Wasser bis zum Hals gestanden" habe. Die zusätzlichen Kredite seien wirkungslos verpufft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%