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IWF-Chef Rato für höhere Ölförderung zur Eindämmung von Spekulation

Der neue IWF-Direktor Rodrigo Rato hat am Donnerstag Ölknappheit und Preisspekulation für die hohen Ölpreise verantwortlich gemacht. Vor dem Beginn der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington rief er die Förderländer auf, mehr Öl zu produzieren und die Verbraucherländer auf, mehr Raffinerien zu bauen. Die Knappheit gebe Raum für Spekulationen, sagte Rato.

dpa-afx WASHINGTON. Der neue IWF-Direktor Rodrigo Rato hat am Donnerstag Ölknappheit und Preisspekulation für die hohen Ölpreise verantwortlich gemacht. Vor dem Beginn der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington rief er die Förderländer auf, mehr Öl zu produzieren und die Verbraucherländer auf, mehr Raffinerien zu bauen. Die Knappheit gebe Raum für Spekulationen, sagte Rato.

Nach überwiegender Auffassung von Ölexperten und auch der Europäischen Zentralbank (EZB) enthalten die hohen Ölpreise derzeit indes eine hohe Risikoprämie, die nicht mit der Knappheit am Ölmarkt begründet werden kann.

Auch Rato FÜR Höhere Transparenz AN DEN Ölmärkten

Rato, der beim IWF im Frühjahr die Nachfolge von Bundespräsident Horst Köhler antrat, unterstrich die Forderung der Bundesregierung nach höherer Transparenz an den Ölmärkten. Der IWF arbeite bereits mit den Förderländern daran, höhere Transparenz herzustellen. Bundesfinanzminister Hans Eichel wollte das Thema am Freitag beim Treffen der Finanzminister der sieben wichtigsten Industrieländer (G7) in Washington zur Sprache bringen.

In seinem am Mittwoch veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick hatte der IWF die hohen Ölpreise vor allem auf wachsende Nachfrage in den aufstrebenden Ländern China und Indien zurückgeführt. Grund zur Panik gebe es nicht. Er korrigierte seine Wachstumsprognose für das kommende Jahr dennoch leicht auf 4,3 Prozent nach unten.

Rato: China Soll Wachstumsphase FÜR Wechselkursanpassung Nutzen

Rato forderte China zu höherer Wechselkursflexibilität auf. Peking solle die starke Wachstumsphase für die Anpassung nutzen. Mit flexiblieren Wechselkursen sei das Land für künftige Schocks besser gewappnet. Die G7-Finanzminister fordern China seit langem auf, eine Anpassung vorzunehmen. Besonders die USA werfen Peking vor, seine Exporte mit der Anbindung an den Dollar künstlich billig zu halten. China ist am Freitag erstmals zu einem Gespräch mit den Ministern aus den USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada eingeladen. Die chinesische Wirtschaft ist bereits größer als die Kanadas.

Auf die britische Forderung nach einem radikalen Schuldenerlass für die ärmsten Länder und einer Aufwertung der IWF-Goldreserven zur Finanzierung der Initiative reagierte Rato kühl. Das hänge von der Bereitschaft der Mitgliedsländer ab, sagte Rato. Ein Schuldenerlass für die Ärmsten sei eine Ohrfeige für Länder, die ihre Schulden in der Vergangenheit zurückgezahlt haben, hieß es in europäischen IWF - Kreisen.

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