IWF: Deutschland wird beim Wachstum aufholen
Deutschland holt auf

Deutschland wird offenbar nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im nächsten Jahr wieder Anschluss an die internationale Wachstumsentwicklung finden.

Reuters BRÜSSEL. Nach einem Zuwachs von 0,7 Prozent in diesem Jahr werde Deutschland 2003 mit 2,5 Prozent ebenso stark zulegen wie die gesamte Weltwirtschaft, erfuhr Reuters am Mittwoch aus Regierungskreisen der sieben führenden Industrienationen (G7).

"Damit würde Deutschland im internationalen Wachstumsvergleich wieder aufschließen", heißt es den Kreisen zufolge in der neuen IWF-Prognose, die gegenüber der vorherigen Schätzung kaum gravierende Änderungen aufweist. Deutschland wird damit offensichtlich von dem sich beschleunigenden Wachstum der Weltwirtschaft, das sich auf das Jahr bezogen mit rund 3,5 Prozent bis Ende 2002 ausdrückt, sowie dem erwarteten Sprung im US-Wachstum von 1,4 Prozent in diesem auf 3,8 Prozent im nächsten Jahr profitieren. Der IWF legt den Informationen zufolge seinen Prognosen einen Ölpreis von rund 20 US-Dollar je Barrel in diesem und im nächsten Jahr zu Grunde nach 24,3 US-Dollar je Barrel im Jahr 2001.

Deutsches Staatsdefizit bleibt unter drei Prozent

Für den deutschen Staatshaushalts sieht der IWF derzeit nicht die Gefahr des Überschreitens der Höchstmarke des europäischen Stabilitätspakts von drei Prozent. Vielmehr rechnet der Fonds im laufenden Jahr mit einer Quote von 2,6 Prozent und 2003 von 2,1 Prozent. Allerdings stellt der IWF den Informationen zufolge fest, dass Deutschland und Portugal jetzt nahe der Drei-Prozent-Marke lägen. Um das Einhalten dieser Marke zu sichern, könnten in Deutschland bei einer weiteren Verschlechterung "zusätzliche Maßnahmen" notwendig werden, hieß es ergänzend. Die aktuellen Risiken ließen das derzeit aber nicht zwingend notwendig erscheinen.

In den USA rechnet der IWF den Kreisen zufolge im ersten Halbjahr 2002 mit einer moderaten Belebung. Für 2003 werde dann aber ein Wachstumssprung auf 3,8 Prozent erwartet, womit die gerade überwundene Rezession die bisher leichteste in der jüngeren Geschichte der USA gewesen wäre. Angesichts des geringen Inflationsdrucks und erheblicher Überkapazitäten in der Industrie rät der IWF, mit einer geldpolitischen Straffung zu warten, bis eindeutige Nachweise für eine Erholung bestehen.

Im Euro-Raum rechnet der IWF den Kreisen zufolge mit 1,2 Prozent Wachstum in diesem und 2,8 Prozent im nächsten Jahr. Für den Euro-Raum hänge aber viel von der Entwicklung in Deutschland ab, das weiterhin unter dem durchschnittlichen Wachstum seiner Euro-Partner liegen werde. Für Japan erwarten die IWF-Experten nach einem Minus von rund einem Prozent im laufenden Jahr im nächsten Jahr wieder ein moderates Wachstum von 0,8 Prozent.

Die deutsche Bundesregierung erwartet 2002 ein Wachstum von rund 0,75 Prozent und eine Beschleunigung im nächsten Jahr. Am Vortag hatte das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) für das laufende Jahr 1,2 Prozent und das nächste Jahr 2,7 Prozent Wachstum in Deutschland vorausgesagt.

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